Von: luk
Bozen – Der Umweltbetrieb SEAB schlägt angesichts vermehrter illegaler Müllablagerungen in Bozen Alarm. Laut Präsident Kilian Bedin beeinträchtige “eine kleine Gruppe Unbelehrbarer” die gesamte Stadt und verursache jährlich Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Trotz verstärkter Maßnahmen – darunter mehr Teams für die Sperrmüllabholung und zusätzliche Einsätze auch an Sonntagen – würden weiterhin Möbel, Elektrogeräte und Haushaltsabfälle achtlos auf Straßen und bei Sammelstellen abgestellt.
Die Stadt Bozen und die SEAB reagieren darauf mit mehr Kontrollen. 2024 wurden 1.700 Strafen verhängt, rund 30 Prozent davon gegen sogenannte “Müllpendler”. Bürger, die außerhalb Bozens wohnen, ihre Abfälle aber in Bozen entsorgen. Kameras mit Kennzeichenerkennung würden gute Ergebnisse liefern.
Auch das Abfallsystem in der Altstadt soll überarbeitet werden: 43 Prozent der Haushalte hätten 2024 keinen einzigen Chip-Sack genutzt, was laut SEAB auf Missbrauch oder Fehlverhalten hindeutet. Zudem will die Stadt Maßnahmen gegen Mülltonnen ergreifen, die außerhalb der erlaubten Zeiten auf der Straße stehen.
Die Reinigungsdienste wurden zuletzt angepasst: Die Straßenreinigung lief im Herbst erstmals ohne nächtliche Einsätze und ohne das Abschleppen parkender Autos – mit positivem Ergebnis. Im Frühjahr müsse aber voraussichtlich wieder auf das alte System zurückgegriffen werden, um Winterrückstände wie Streugut effektiv zu entfernen.
Gleichzeitig erschweren Personalmangel und die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften die Arbeit des Betriebs.
Bei Kontrollen wurden außerdem Haushalte und Betriebe entdeckt, die nicht als SEAB-Kunden registriert sind. Hier will das Unternehmen gemeinsam mit Meldeamt und Handelskammer weiter Daten abgleichen. Die Behälter für Altkleider wurden bereits entfernt, da sie häufig überfüllt waren. Brauchbare Kleidung soll zu karitativen Einrichtungen gebracht werden.
Nationaler Streik im Umweltsektor abgesagt
Ein landesweiter Streiks der Umweltbediensteten, der für Mittwoch, den 10. Dezember angekündigt wurde, ist abgesagt worden.




Aktuell sind 11 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen