Von: ka
Lavarone – Nachdem die Tierschutzorganisation LAV auf die vollkommen ungeeigneten Haltungsbedingungen aufmerksam gemacht hatte, beschlagnahmte die Trentiner Forstaufsicht 35 Alaskan Huskys. Die auf der Hochebene Lavarone zum Ziehen von Schlitten eingesetzten Hunde wurden unter prekären hygienischen und sanitären Verhältnissen in baufälligen und engen Käfigen gehalten. Sie befanden sich in einem offensichtlichen Zustand der Unterernährung.
Die Schlittenhunde wurden in eine andere Einrichtung gebracht, in der sie nun gepflegt und gefüttert werden. Zwei weitere Hunde wurden in den letzten Tagen einem örtlichen Verein anvertraut. Die Rettung der leidenden Hunde sorgte weit über unsere Nachbarprovinz hinaus für großes Aufsehen und wirft ein Schlaglicht auf das harte und traurige Los vieler Hunde.

„Die LAV-Beratungsstelle für Tiermisshandlung in Trient hat kürzlich einen Bericht über die gravierenden Haltungsbedingungen von etwa vierzig Hunden vorgelegt. Nach dieser Meldung führten die Trentiner Forstbehörde und das Gesundheitsamt der Provinz gemeinsam eine Inspektion durch, die die untragbaren Haltungsbedingungen der Hunde bestätigte. Bei der Überprüfung wurde außerdem festgestellt, dass viele der Tiere offensichtlich unterernährt waren und unter äußerst prekären hygienischen Bedingungen gehalten wurden. Die festgestellten Bedingungen sind mit der Natur der Tiere unvereinbar und entsprechen nicht ihren artgerechten Bedürfnissen”, so die Tierschutzorganisation.

Nach der Meldung des LAV wurden im Rahmen eines Einsatzes der Forstbehörde, unterstützt von Tierärzten des Trentiner Sanitätsbetriebs ASUIT, am Samstag, dem 14. Februar, die verwahrlosten Hunde gerettet. Gegen den Besitzer des Hundehaltungsbetriebs ermittelt nun die Staatsanwaltschaft, während die Hunde den Tierschützern des LAV anvertraut wurden. Diese kümmern sich um den Transport der Hunde aus der Region, bis sie endgültig adoptiert werden. Die Einrichtung in Lavarone wurde 2016 zur Ausbildung von Tieren im Schlittenhundesport gegründet. Dabei werden Schlitten von Hunden gezogen, was oft ohne angemessene Garantien für den Schutz ihres Wohlergehens geschieht.

Der Betrieb wurde vor einiger Zeit eingestellt, doch Dutzende von Hunden blieben in der Einrichtung eingesperrt. Sie waren den strengen Wintertemperaturen ausgesetzt und lebten in völliger Isolation. „Die Anlage wirkt verlassen und verfallen. Sie ist von Müll und Exkrementen umgeben und es wabern Gerüche, die selbst aus mehreren Metern Entfernung noch wahrnehmbar sind – trotz der niedrigen Temperaturen“, so die Tierschützer. Besonders gravierend ist die Tatsache, dass etwa zwanzig dieser Hunde sogar versteigert worden waren.

Die Einrichtung wurde 2016 im Rahmen eines Projekts gegründet, das mit Beteiligung und Unterstützung lokaler Institutionen ins Leben gerufen wurde. Ziel des Projekts war es, Millegrobbe zu einem nationalen und internationalen Bezugspunkt für den Hundeschlittenlauf zu machen. Beim Hundeschlittenlauf werden Hunde sowohl zu spielerischen als auch zu wirtschaftlichen Zwecken eingesetzt. Die Hunde werden als Attraktion für das Publikum genutzt, oft ohne angemessene Garantien für ihren Schutz. Obwohl diese Praxis in verschiedenen Ländern zunehmend eingeschränkt und kritisiert wird, wird der Hundeschlittenlauf seit einigen Jahren auch in Italien gefördert. Dabei sind die Kontrollen unzureichend und die Standards uneinheitlich. Es ist zudem inakzeptabel, dass er vom italienischen Olympischen Komitee CONI über den Branchenverband FIDASC als Sportart anerkannt wird. Dadurch wird eine Praxis legitimiert, die auf der Nutzung von Tieren zu Gewinnzwecken basiert. Hundeschlittenrennen sind zwar keine olympische Disziplin, doch wirkt diese nationale Anerkennung im Kontext der derzeit in unserem Land stattfindenden Olympischen Winterspiele, die Werte wie Respekt und Nachhaltigkeit repräsentieren sollten, noch unpassender.“ Mit diesen Worten übt die Tierschutzorganisation heftige Kritik.

„Wie bei jedem ernsten Vorfall, in dem wir aufgefordert werden, uns um Tiere zu kümmern, werden wir ihnen Würde, Rechte und eine Zukunft garantieren, die diesen Namen verdient – frei von Ausbeutung zu Gewinnzwecken, genau so, wie sie es verdienen“, erklärte Annarita D’Errico, Leiterin der LAV-Beratungsstellen gegen Tiermisshandlung, mit Blick auf die Beschlagnahmung der Schlittenhunde von Lavarone.
In dieser heiklen Phase der Ermittlungen wird LAV als gerichtlicher Verwalter mit der Forstbehörde und der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Über ihren Anwalt wird der Verein die endgültige Obhut für alle Hunde beantragen, um sie aus dem Strafverfahren herauszunehmen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Hunde ein angemessenes Zuhause bei Familien finden, die bereit sind, ihnen ein neues Leben zu schenken – endlich frei von Ausbeutung.
Der Verein bekräftigt auch die Notwendigkeit einer strengen und ständigen Kontrolle der Einrichtungen, die Tiere für „sportliche” und touristische Zwecke nutzen. So soll verhindert werden, dass das Wohlergehen der Tiere im Namen von vermeintlich nachhaltigen und respektvollen Projekten geopfert wird.








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