Von: luk
Peschiera del Garda – Der zunehmende Radverkehr rund um den Gardasee sorgt weiter für Diskussionen. Nach Warnungen aus der Politik über eine “Überlastung” durch den Radtourismus meldet sich nun Filippo Gavazzoni, Vizebürgermeister von Peschiera del Garda und Vizepräsident der Gemeinschaft des Gardasees, zu Wort: Er spricht sich klar gegen Fahrverbote aus.
“Ein Verbot von Fahrrädern auf der Gardesana ist nicht sinnvoll”, betont Gavazzoni. Radfahrer hätten – wie Autofahrer oder andere Verkehrsteilnehmer – das Recht, die Straßen zu nutzen. Statt Einschränkungen fordert er strengere Kontrollen und die konsequente Einhaltung der Verkehrsregeln.
Diskussion nach Alarmruf aus Gardone
Ausgelöst wurde die Debatte zuletzt durch Adelio Zeni, Bürgermeister von Gardone Riviera. Er hatte angesichts dichter Kolonnen von Radfahrern auf der Gardesana vor Sicherheitsproblemen, Staus und genervten Touristen gewarnt. Auch Maßnahmen wie Einschränkungen oder sogar Fahrverbote für Fahrräder brachte er ins Spiel.
Gavazzoni hält davon wenig: “Die Straßen sind, wie sie sind. Verbote lösen das Problem nicht.” Vielmehr müsse das Zusammenleben aller Verkehrsteilnehmer durch klare Regeln und deren Kontrolle verbessert werden.
Verkehrsknoten unter Dauerbelastung
Gerade Peschiera del Garda gilt als neuralgischer Punkt: Mit Bahnhof, Autobahnanschluss und wichtigen Verkehrsachsen ist der Ort eines der wichtigsten Eingangstore zum Gardasee. “Wir sind zehn Monate im Jahr stark belastet, nicht nur in der Hauptsaison”, so Gavazzoni.
Der Tourismus sei zugleich ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Norditalien. Umso wichtiger sei die Frage, welche Investitionen in Infrastruktur und Verkehrslenkung künftig möglich und sinnvoll seien.
Kritik an “Lösungen auf dem Wasser”
Auch Vorschläge, den Verkehr verstärkt auf den See zu verlagern – etwa durch den Ausbau von Fährverbindungen – sieht Gavazzoni kritisch. Zwar seien Schiffe für Touristen attraktiv, doch sie könnten die Problematik nicht lösen.
“Man kann nicht alle aufs Wasser verlagern”, warnt er. Der See habe ebenfalls eine begrenzte Belastbarkeit, zudem könnten Wellenschlag und Verkehr negative Auswirkungen auf Flora und Fauna haben. Eine umfassende Bewertung dieser Auswirkungen fehle bislang.
“Keine einseitige Schuldzuweisung”
Gavazzoni mahnt zu einer differenzierten Betrachtung: Nicht nur Radfahrer seien Ursache der Probleme. Auch Busse oder andere Verkehrsteilnehmer würden zur Überlastung beitragen.
Sein Fazit: Statt vorschneller Verbote brauche es durchdachte Maßnahmen, moderne Lösungen und vor allem ein faires Miteinander auf den Straßen rund um den Gardasee.




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