Von: ka
Pietracatella/Campobasso – Im traurigen Fall des Doppelmordes mit Rizin an Antonella Di Ielsi und ihrer 15-jährigen Tochter Sara Di Vita, die drei Tage nach dem Weihnachtsessen im Krankenhaus starben, scheinen die Ermittler kurz vor der Aufklärung zu stehen. Durchgesickerten Informationen aus Ermittlerkreisen zufolge hatte Antonella Di Ielsi ein Geheimnis betreffend ihres Mannes entdeckt, das sie zutiefst verstört habe. „Antonella Di Ielsi hatte ein Geheimnis entdeckt und wollte sich von ihrem Mann trennen“, betont die Quelle.
Zu diesem Bild passt auch, dass eine Freundin der Familie, die mehrfach vernommen wurde und trotz besseren Wissens stets bestritten hatte, dass es in der Familie der beiden Vergiftungsopfer Spannungen gegeben habe, vonseiten der Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe angezeigt wurde. Zur Unterstützung beauftragte die Staatsanwaltschaft das renommierte Berliner Robert-Koch-Institut mit der wissenschaftlichen Untersuchung der biologischen Proben. Dazu gehören unter anderem die Blutproben der beiden überlebenden Familienmitglieder Gianni und Alice Di Vita.

In den letzten Tagen wurden im Rahmen der Ermittlungen zum Doppelmord von Pietracatella „bedeutende Fortschritte und wichtige Entwicklungen“ zur Lösung des Falls erzielt, wie aus Ermittlerkreisen durchgesickert ist. Laut diesen Quellen rückt ein Durchbruch näher, auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis der Täterkreis eingegrenzt ist. Sara Di Vita und ihre Mutter Antonella Di Ielsi wurden durch Vergiftung mit Rizin getötet. Derzeit gibt es jedoch keine Verdächtigen, sodass die Ermittlungsakte zu den Morden gegen Unbekannt bestehen bleibt.
Die Ermittler vermuten, dass Antonella Di Ielsi ein Geheimnis entdeckt hatte. „Etwas, das sie so sehr beunruhigte, dass sie sich entschloss, sich von ihrem Mann zu trennen“, berichtete die RAI-Sendung Vita in Diretta. Di Ielsi hatte sich dem Pfarrer ihres Heimatortes Pietracatella, Don Stefano Fracassi, anvertraut, der am Mittwoch erneut vernommen wurde, sowie einer Freundin. Letztere hat Auseinandersetzungen in der Familie stets bestritten und ist nun selbst tatverdächtig.

Die Ermittler haben den Kreis der möglichen Verdächtigen auf drei Personen eingegrenzt: einen Mann und zwei Frauen. Eine der beiden Frauen steht im Verdacht, das Rizin besorgt zu haben. Die Ermittler betonten jedoch, dass erst das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchungen eine mögliche Schuld klären werde. In den letzten Tagen wurden auf der Quästur von Campobasso zahlreiche Personen vernommen, die über den Sachverhalt informiert waren. Unter ihnen befand sich auch ein Bekannter von Gianni Di Vita, Antonellas Ehemann und Saras Vater. Er soll sich aus eigenem Antrieb an die Ermittler gewandt haben, um Aussagen zu tätigen, die als relevant für die Ermittlungen erachtet wurden.
Der RAI-Korrespondent Vincenzo Rubano fügte hinzu, dass sich die nächsten Verhöre auf die Familiendynamik und die Beziehungen konzentrieren werden, die Antonella vor ihrem Tod gepflegt hat. Ein Aspekt, den die Ermittler untersuchen werden, betrifft Nachrichten, die Antonella an eine Freundin geschickt haben soll. Diese Freundin ist jetzt wegen Beihilfe in das Register der Verdächtigen eingetragen. In den Nachrichten bat Antonella ihre Freundin um den Namen eines auf Familienrecht spezialisierten Anwalts. Dieses Detail lässt auf die Absicht schließen, eine Trennung anzustreben.

Zu den Indizien, die die Ermittler überprüfen, gehört auch das Geschehen unmittelbar nach dem Tod von Antonella Di Ielsi und Sara Di Vita. Wie italienische Medien berichten, richtet sich die Aufmerksamkeit dabei auf eine Auslandsreise, die einige der Familie nahestehende Personen wenige Tage nach der Beerdigung unternommen hatten. Die Ermittler versuchen, diese Reise zu rekonstruieren, um den Zeitpunkt und die Motive zu verstehen.
Auch eine Party, die in den Tagen unmittelbar nach der Tragödie in Campobasso von einer Person organisiert wurde, die den beiden Opfern sehr nahestand, wird untersucht. Es handelt sich um Ermittlungsmaßnahmen, die derzeit zusammen mit vielen anderen Untersuchungen durchgeführt werden und noch keine Beweise darstellen.
Zur Unterstützung beauftragte die Staatsanwaltschaft das renommierte Berliner Robert-Koch-Institut mit der wissenschaftlichen Untersuchung der Blutproben der beiden überlebenden Familienmitglieder Gianni und Alice Di Vita, um den Tod von Antonella Di Ielsi und Sara Di Vita durch Rizinvergiftung aufzuklären.
Mit der Auswertung der Proben verbinden die Ermittler die Hoffnung, den genauen Zeitpunkt der Vergiftung einzugrenzen. Nach neuen Analysen im Institut Maugeri in Pavia wurden die Blutproben nach Berlin geschickt. Dort wird das Expertenteam des Zentrums für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene unter der Leitung des Wissenschaftlers Dr. Christian Herzog nach einer endgültigen Antwort suchen: dem Vorhandensein von Antikörpern gegen Rizin.
Die Suche nach Antikörpern im Blut von Gianni und Alice Di Vita ist ein entscheidender Schritt. Bisher hatten sich die Ermittler auf das Mittagessen vom 23. Dezember konzentriert, das nur von der 51-jährigen Mutter und ihrer 15-jährigen Tochter eingenommen wurde. Sollten die Experten des Robert-Koch-Instituts Antikörper im Blut der beiden Überlebenden finden, würde dies bedeuten, dass auch sie mit dem tödlichen Pflanzengift in Berührung gekommen sind. Dadurch würde sich das Zeitfenster des Verbrechens zwangsläufig verschieben.
Das Blut von Gianni Di Vita war bereits in der Vergangenheit vom Giftinformationszentrum in Pavia analysiert worden. Das Zentrum wird von Dr. Carlo Locatelli geleitet, dem Experten, der die Substanz zuerst isoliert hatte. Bei dieser Gelegenheit wurde nichts gefunden, doch das Ergebnis wurde als nicht schlüssig angesehen. Die Proben waren zum Zeitpunkt der Entnahme nicht bei angemessenen Temperaturen gelagert worden. Dies hinderte die italienischen Wissenschaftler daran, mit Sicherheit auszuschließen, dass der Mann das Toxin aufgenommen hatte – möglicherweise asymptomatisch. Herzogs Team wird jetzt versuchen, diese Ermittlungslücke zu schließen.

Parallel zu den Blutuntersuchungen wurden Proben aller beschlagnahmten Lebensmittel aus dem Haus, in dem sich das Drama ereignet hat, nach Berlin geschickt. Für die ersten Augusttage ist zudem eine neue, gründliche Durchsuchung des Hauses in Pietracatella geplant. Die Experten der Staatsanwaltschaft werden nach Einrichtungsgegenständen und Möbeln suchen, die als Vehikel für den Transport oder die Verabreichung von Rizin dienen könnten.

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft von Campobasso halten sich zwar sehr bedeckt, doch die Aufklärung des perfiden und grausamen Doppelmords scheint nahe, denn trotz zahlreicher Widerstände – vor allem das Schweigen mehrerer Zeugen bezüglich der Spannungen innerhalb der Familie Di Vita Di Ielsi – fügen sich immer mehr Puzzleteile zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen. Aus den Untersuchungen und der Auswertung der Beweismittel ergibt sich ein eindeutiges Bild. Wer immer Antonella Di Ielsi und ihre 15-jährige Tochter Sara Di Vita durch Gift ermordet hat, genoss ihr Vertrauen.





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