Kriminelle nutzen öffentliche Parkplätze als private Einnahmequelle – VIDEO

Brutal: TV-Reporter von illegalem Parkwächter geschlagen

Montag, 07. Mai 2018 | 08:04 Uhr

Neapel – Ein Reporter, der mit seinem Team einen Beitrag über Neapels „Parcheggiatori abusivi“(es handelt sich dabei um illegale Parkwächter, Anmerkung der Redaktion) drehte, wurde von einer Menschenmenge umzingelt und von einem Kriminellen geschlagen.

Striscia la Notizia

Der TV-Reporter Luca Abete, der mit seinem Team für die italienische Satiresendung „Striscia la Notizia“ einen Beitrag über die Plage der illegalen Parkwächter drehte, wurde Opfer eines Angriffs. Um die kriminellen Methoden der „Parcheggiatori abusivi“ zu entlarven, bediente sich Luca Abete eines Tricks. Nachdem sein Team in der Umgebung einige versteckte Kameras platziert hatte, suchte der TV-Reporter den illegalen Parkwächter auf und gab sich bei ihm als einfacher Parkplatzkunde aus. Wie in Neapel meist üblich vertraute Luca Abete dem Kriminellen sein Fahrzeug samt Schlüssel an. Nichts ahnend kassierte der illegale Parkwächter die „Gebühr“ und stellte das Auto in „seiner“ Straße ab. Mithilfe eines Komplizen, der für das Fahrzeug einen Zweitschlüssel besaß, ließ er das Auto aber wieder verschwinden.

Daraufhin begab sich Luca Abete zum illegalen Parkwächter und gab vor, dass ihm sein Auto, das er samt Zündschlüssel dem Parkwächter anvertraut hatte, gestohlen worden sei. Als sich Luca Abete als TV-Reporter von „Striscia la Notizia“ zu erkennen gab, wurde er sogleich von einer aufgebrachten Menschenmenge umringt. Er wurde von den wütenden Menschen auf übelste Weise beleidigt. Zuletzt versetzte ihm der illegale Parkwächter sogar eine Ohrfeige.

Das sowohl in den sozialen Netzwerken als auch im Fernsehen veröffentlichte Video sorgte in der italienischen Öffentlichkeit für großes Aufsehen. Einfache Bürger sowie Politiker bis hin zu Neapels Bürgermeister drückten Luca Abete ihre Solidarität aus. Letzterer versprach, seinen Kampf gegen die illegalen Parkwächter zu verstärken.

Die illegalen Parkwächter sind besonders in Neapel eine große Plage. Andererseits wird ihr „Dienst“ aber auch von vielen Bürgern genutzt, wobei die Kunden vom Touristen, über dem Angestellten, der zu spät zur Arbeit kommt und keinen Parkplatz mehr findet, bis hin zum Universitätsprofessor reichen. Die Kunden vertrauen gegen wenige Euro bis hin zu einem Monatsabonnement von 40 Euro den „Parkwächtern“ ihre Pkws samt Schlüsseln an. Die Autos werden dann von diesen auf öffentlichen Straßen und Plätzen abgestellt. Zudem, so die „Eigenwerbung“ der „Parcheggiatori abusivi“, schützen sie ihre treuen Kunden vor Parkstrafen, weil die Parkkontrolleure lieber einen Bogen um „ihre“ Fahrzeuge machen.

 

Luca Abete viene schiaffeggiato da un parcheggiatore abusivo. Massima solidarietà. Non sono brave persone. Sono quasi tutti pregiudicati, delinquenti e violenti. #ioodioiparcheggiatoriabusivi

Pubblicato da Francesco Emilio Borrelli su giovedì 3 maggio 2018

Für die Stadt und die Allgemeinheit ist der Schaden aber riesig, weil die illegalen Parkwächter aus einem von der Öffentlichkeit bezahlten und finanzierten Gut wie Plätze, Straßen und Gehsteige privaten Gewinn schlagen.

Ob man in Neapel dieser Plage jemals Herr werden wird?

Von: ka