Von: luk
Cortina – Mit verstärkten Kontrollen und Aufklärungsarbeit will Cortina d’Ampezzo dem zunehmenden Fehlverhalten von Touristen in den Dolomiten entgegenwirken.
Eine neue Vereinbarung zwischen der Region Venetien, der Provinz Belluno und der Gemeinde Cortina sieht vor, dass die Provinzpolizei während der Sommersaison die örtliche Gemeindepolizei unterstützt.
Ziel ist es, Besucher für den respektvollen Umgang mit Natur und Bergwelt zu sensibilisieren. Bei Verstößen sind jedoch auch Geldstrafen vorgesehen.
Hintergrund ist der anhaltende Besucheransturm in den Dolomiten. Im Jahr 2025 wurden im Belluneser Dolomitengebiet mehr als 1,1 Millionen Gäste gezählt. Das ist ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Immer häufiger sorgen jedoch unzureichend ausgerüstete oder rücksichtslose Ausflügler für Probleme. Wanderer in Flip-Flops auf alpinen Steigen, unerlaubte Picknicks und Campingplätze in unberührter Natur, laute Musik in den Bergen oder Badeversuche in geschützten Bergseen gehören inzwischen ebenso zum Bild wie achtlos weggeworfener Müll.
Erst kürzlich Wochen musste ein Rettungshubschrauber seine Landung unterbrechen, weil Touristen einen Landeplatz bei einer Schutzhütte für ein Sonnenbad blockierten.
Besonders stark frequentiert ist auch der Wanderweg zum Sorapis-See. Dort bilden sich regelmäßig lange Kolonnen schlecht ausgerüsteter Besucher.
Ab der kommenden Woche werden deshalb zusätzliche Streifen der Provinzpolizei in den meistbesuchten Naturgebieten unterwegs sein, berichten lokale Medien.
Bis September sind rund zehn Einsätze pro Monat geplant. Im Vordergrund steht dabei die Information der Besucher über Sicherheitsregeln und den Schutz der sensiblen Berglandschaft.
Die Behörden weisen unter anderem darauf hin, dass selbst organische Abfälle wie Obstschalen nicht im Wald entsorgt werden dürfen. Sie locken Wildtiere an und können deren Verhalten nachhaltig verändern. Auch das Wildcampen bleibt verboten. Wer in den Bergen übernachten möchte, soll dafür Berghütten oder Biwaks nutzen.
Die Gemeinde Cortina stellt für das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt 20.000 Euro bereit. Langfristig soll das Modell auch auf weitere Tourismusorte in der Provinz Belluno ausgeweitet werden.
Nach Angaben der Verantwortlichen geht es dabei nicht in erster Linie um Strafen. Vielmehr solle der Tourismus so gelenkt werden, dass Natur, Sicherheit und die Lebensqualität der Bevölkerung gleichermaßen geschützt werden. Nur wer sich trotz Aufklärung nicht an die Regeln hält, muss künftig mit Sanktionen rechnen.




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