Zwei Pärchen decken den Doppelmord eines Serientäters auf – VIDEO

Erschütternd: „Ich habe sie in die Tiefe gestoßen, um sie nicht bezahlen zu müssen”

Mittwoch, 20. Mai 2026 | 07:09 Uhr

Von: ka

Pollena Trocchia/Neapel – Ein schreckliches Verbrechen erschüttert die italienische Öffentlichkeit. Auf der Baustelle eines Gebäudes in Pollena Trocchia bei Neapel, dessen Bauarbeiten mehrfach ausgesetzt worden waren, wurden zwei Frauen leblos aufgefunden. Bei den Toten handelt es sich um Sara, eine 29-jährige Frau aus der Gegend von Caserta, und Lyuba, eine 49-jährige Ukrainerin.

Die bereits in den ersten Stunden aufgekommene Vermutung, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um einen Doppelmord handeln könnte, wurde am Vormittag bestätigt, als die Carabinieri in Sant’Anastasia einen Verdächtigen festnahmen. Der 48-jährige, vorbestrafte und arbeitslose Mario Landolfi gestand nach einem langen Verhör die beiden Morde. „Es waren Prostituierte. Ich habe sie in die Tiefe gestoßen, um sie nicht bezahlen zu müssen”, gab der Täter zu. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Vor allem vier Zeugen, zwei Pärchen, waren dafür verantwortlich, dass der Doppelmord innerhalb weniger Stunden aufgeklärt werden konnte. Ansonsten – so die Befürchtung der Ermittler – hätten die Morde an Sara und Lyuba die ersten beiden Bluttaten eines grausamen und gnadenlosen Serientäters sein können.

Sara war 29, Lyuba 49 Jahre alt. Sie sind die Opfer eines Mannes, der beinahe zum Serienmörder geworden wäre und es auf Prostituierte abgesehen hatte. Er heißt Mario Landolfi, ist 48 Jahre alt, vorbestraft wegen Drogenhandels und Zigarettenschmuggels, verheiratet, arbeitslos und bezieht Sozialhilfe. Er wohnt in Sant’Anastasia, nur wenige Kilometer von Neapel entfernt.

Dem 49-Jährigen wird zweifacher Mord vorgeworfen. Laut seiner Aussage, die von den Ermittlern noch geprüft wird, da sie verwirrend ist und einige Widersprüche aufweist, soll er die Frauen am vergangenen Wochenende nach dem Geschlechtsverkehr getötet haben. Auslöser für die Morde soll seine Weigerung gewesen sein, für die sexuellen Dienstleistungen zu bezahlen.

ANSA/Facebook/Mario Landolfi

Die Leichen der Frauen wurden in der Nacht auf Montag in einem nie fertiggestellten Gebäude in Pollena Trocchia, das sich an den Hängen des Vesuvs südlich von Neapel befindet, entdeckt. Vor Ort waren die Carabinieri von Cercola und Torre del Greco sowie die Spurensicherung der Carabinieri von Torre Annunziata im Einsatz.

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll der Mann die beiden Frauen nach einem Handgemenge in die Tiefe gestoßen haben. Sara und Lyuba sollen aus einer Höhe von zwei Stockwerken gestürzt sein. Nur eine von der Justiz angeordnete Autopsie kann klären, ob sie sofort starben oder einen langen Todeskampf erlitten.

Zwei Pärchen, die sich am Sonntagabend in der Gegend zurückgezogen hatten, brachten die Carabinieri auf die Spur des Doppelmordes – und damit auf die Fährte des Mörders. Die vier jungen Leute hatten beobachtet, wie ein graues Auto heranfuhr, aus dem ein kräftiger Mann und eine zierliche Frau ausstiegen. Die beiden verschwanden dann in der Dunkelheit des nie fertiggestellten, sechsstöckigen Gebäudes.

Nach kaum einer Viertelstunde kehrte der Mann allein zurück – jedoch mit einer Damenhandtasche in der Hand. Er stieg in sein Auto und fuhr davon. Die misstrauischen Pärchen schossen Fotos, auf denen auch das Kennzeichen des Autos zu sehen war, und wählten die Notrufnummer 112. Einer der jungen Männer kannte den Mann sogar und erinnerte sich an seinen Namen: „Mario”.

Dank der Aussagen der vier jungen Leute wurden Sara und Lyuba nicht als vermisste Frauen, sondern als Opfer eines Mörders eingestuft. Nachdem die Carabinieri die vier Zeugen befragt hatten, begaben sie sich zur Wohnung von Landolfi und vernahmen dessen Frau. Diese bestätigte, dass ihr Mann zum Zeitpunkt des Mordes an Sara nicht zu Hause gewesen war.

Anschließend brachten sie ihn zur Carabinieri-Kaserne, wo er nach einem langen Verhör die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zugab. „Es waren Prostituierte. Ich habe sie in die Tiefe gestoßen, um sie nicht bezahlen zu müssen“, gestand der 48-Jährige.

Die beiden Morde seien offenbar nach demselben Schema abgelaufen. Nach der Vereinbarung des Preises für die sexuelle Dienstleistung habe er mit beiden Frauen die Bauruine aufgesucht. Nach dem Geschlechtsverkehr sei es zum Streit gekommen. In einem Fall, weil „es nicht mehr 80 Euro, sondern 115 waren“, im anderen, weil „sie 150 Euro statt 100 von mir verlangt hat“. Die Auseinandersetzungen gipfelten beide Male in Mord. Sara und Lyuba wurden jeweils aus einer Höhe von etwa zehn Metern in das unfertige Treppenhaus gestoßen. Die Carabinieri fanden die Leichen zehn Meter voneinander entfernt. Die Todesursache ist eindeutig: Sturz aus großer Höhe.

Der Staatsanwalt unterzeichnete den Haftbefehl und ordnete an, Mario Landolfi bis zur Haftprüfung ins Gefängnis zu überstellen. In Landolfis Wohnung wurden Kleidungsstücke beschlagnahmt, darunter ein blutbeflecktes T-Shirt. In seinem Auto wurde außerdem Saras Handtasche sichergestellt. Aus der Wohnung waren zudem die Ersparnisse der Familie verschwunden: 500 Euro, die innerhalb weniger gewalttätiger Abende ausgegeben worden waren.

Mario Landolfi ist wegen Drogenhandels und Zigarettenschmuggels vorbestraft und gegen ihn liegt auch eine Anzeige seiner Frau wegen häuslicher Gewalt vor. Nach den beiden Prostituiertenmorden dürfte er das Gefängnis für Jahrzehnte nicht mehr verlassen. Nach den Morden an Sara und Lyuba sitzt der Schock tief. Neben der Trauer um die beiden Frauen ist aber auch ein Aufatmen zu spüren, denn der Täter konnte innerhalb von Stunden gefasst werden.

 

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