Von: luk
Bozen/Rom – Der Hypothekenmarkt ist mit steigenden Fixzinsen ins Jahr 2026 gestartet. Wie aus dem aktuellen Observatorium von MutuiOnline.it hervorgeht, lag der durchschnittliche Nominalzins (TAN) für 20- und 30-jährige Fixzinsdarlehen im Januar bei 3,43 Prozent. Das sind 60 Basispunkte mehr als vor einem Jahr. Deutlich günstiger bleibt hingegen der variable Zinssatz, der sich stabil bei durchschnittlich 2,65 Prozent hält.
Für Kreditnehmer bedeutet das spürbare Mehrkosten: Wer heute ein Fixzinsdarlehen über 140.000 Euro mit 20 Jahren Laufzeit aufnimmt, zahlt monatlich rund 807 Euro – das sind 42 Euro mehr als im Januar 2025. Über die gesamte Laufzeit summiert sich das auf Mehrkosten von mehr als 10.000 Euro.
Variable Option bringt deutliche Ersparnis
Die Zins-Schere zwischen Fix und Variabel ist weiter aufgegangen und beträgt aktuell 78 Basispunkte. Bei einem 20-jährigen Darlehen über 140.000 Euro ergibt sich bei variabler Verzinsung eine durchschnittliche Monatsrate von 752 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 55 Euro pro Monat beziehungsweise mehr als 13.100 Euro über die gesamte Laufzeit.
Während sich die Euribor-Indizes – Referenz für variable Kredite – seit dem Ende der EZB-Zinssenkungen im vergangenen Jahr stabil um die zwei Prozent bewegen, zeigen die für Fixzinsen maßgeblichen IRS-Sätze einen anderen Trend. Diese orientieren sich an den Renditen deutscher 30-jähriger Bundesanleihen und spiegeln die geopolitische Unsicherheit wider. Sowohl die 20- als auch die 30-jährige Laufzeit liegen inzwischen bei rund 3,16 Prozent – knapp einen Prozentpunkt höher als vor zwölf Monaten.
Matteo Favaro, COO & Managing Director Financial Products von MutuiOnline.it, betont, dass trotz des Anstiegs das Fixzinsniveau historisch weiterhin attraktiv sei. Wer bereit sei, ein gewisses Risiko einzugehen und die Marktentwicklung im Blick habe, finde im variablen Zinssatz derzeit eine interessante Möglichkeit, sofort zu sparen. Zudem spielten energetische Standards eine immer wichtigere Rolle: Für energieeffiziente Immobilien bieten sogenannte „Green“-Hypotheken im Schnitt um 30 bis 40 Basispunkte günstigere Konditionen. Sollten die Zinsen künftig sinken, bleibe zudem die Möglichkeit der kostenlosen Umschuldung.
Überdurchschnittlich hohe Kreditbeträge in Trentino-Südtirol
In der Region Trentino-Südtirol liegt der durchschnittlich beantragte Kreditbetrag im Januar 2026 bei 184.700 Euro – deutlich über dem italienweiten Durchschnitt von 151.400 Euro. Auch die Immobilienpreise sind höher: Der durchschnittliche Objektwert beträgt 312.600 Euro (Italien: 234.200 Euro).
Die durchschnittliche Laufzeit liegt bei 24 Jahren und damit knapp unter dem nationalen Schnitt von 24 Jahren und zehn Monaten. Das Durchschnittsalter der Antragsteller beträgt 40 Jahre und drei Monate (Italien: 39 Jahre und drei Monate).
Auffällig ist die starke Präferenz für Sicherheit: 88,9 Prozent der Antragsteller in der Region entscheiden sich für einen Fixzins, nur neun Prozent wählen ein variables Darlehen.
Provinzvergleich: Jüngere Kreditnehmer in Trient, höhere Preise in Bozen
Innerhalb der Region Trentino-Südtirol zeigen sich deutliche Unterschiede. In der Provinz Trient sind die Antragsteller mit durchschnittlich 39 Jahren und elf Monaten etwas jünger als in Bozen (40 Jahre und zehn Monate). In Trient werden zudem die längsten Laufzeiten verzeichnet (24 Jahre und vier Monate).
Bozen liegt hingegen bei den Summen vorne: Hier beträgt der durchschnittlich beantragte Kredit 207.731 Euro. Auch die Immobilienpreise sind mit durchschnittlich 355.936 Euro deutlich höher als in Trient (302.758 Euro).




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