Von: luk
Rom – Die Steuerbehörden haben ihre Kontrollen im Jahr 2025 deutlich ausgeweitet.
Nach Angaben des italienischen Wirtschafts- und Finanzministeriums wurden mehr als 223.000 Steuerprüfungen durchgeführt – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Rund elf Prozent davon betrafen Unternehmen und Selbstständige mit Mehrwertsteuernummer.
Die Zahlen stammen aus dem Jahresbericht des Rechnungshofes und wurden im Finanzausschuss der Abgeordnetenkammer vorgestellt. Laut dem Ministerium bestätigen die Ergebnisse die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen. Das hohe Niveau der Kontrollen soll deshalb auch in den kommenden Jahren beibehalten werden.
Künftig sollen Steuerprüfungen noch gezielter erfolgen. Dazu will die Regierung die Vernetzung von Steuerdatenbanken ausbauen und verstärkt moderne Datenanalysen sowie Anwendungen künstlicher Intelligenz einsetzen.
Die KI soll jedoch ausschließlich als Unterstützung für die Mitarbeiter der Steuerbehörde dienen. Entscheidungen über Kontrollen und Ermittlungen sollen weiterhin von Menschen getroffen werden.
Ziel ist es, Steuerpflichtige mit einem erhöhten Risiko für Steuerhinterziehung oder Betrug präziser zu identifizieren und gleichzeitig die Zahl unnötiger Kontrollen bei gesetzestreuen Bürgern und Unternehmen zu reduzieren.
Nach Angaben des Ministeriums soll dadurch die Effizienz der Steuerfahndung steigen und die Belastung für korrekt handelnde Steuerzahler sinken.
Zudem soll die Verbindung zwischen Steuerkontrollen und dem Einzug offener Forderungen verbessert werden, um die tatsächlichen Steuereinnahmen zu erhöhen.
Das Ministerium betont außerdem, dass die Wirksamkeit der Bekämpfung von Steuerhinterziehung nicht allein an der Anzahl der Kontrollen gemessen werden könne. Neben den klassischen Betriebsprüfungen würden nahezu alle Steuererklärungen automatisiert überprüft und bereits im Vorfeld zahlreiche Präventionsmaßnahmen durchgeführt.
Zu der Kritik, wonach bislang nur ein geringer Teil der in sogenannten Zahlungsaufforderungen verlangten Beträge sofort beglichen werde, verweist das Ministerium darauf, dass viele Steuerpflichtige Ratenzahlungen vereinbart hätten oder die Forderungen später über das staatliche Inkassosystem eingezogen würden. Die derzeitigen Zahlen seien daher lediglich eine Momentaufnahme eines laufenden Verfahrens.




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