Von: luk
Limone – Mehrere Radfahrer haben in den vergangenen Tagen für Aufsehen am Gardasee gesorgt: Trotz Verbot verschafften sie sich Zugang zu einem noch gesperrten Abschnitt des Fahrradrundwegs am Gardasee, indem sie ihre Fahrräder über ein gemauertes Geländer hievten und eine Absperrung umgingen.
Der Vorfall ereignete sich bei Limone auf dem Abschnitt in Richtung Riva del Garda. Eigentlich ist dort noch eine Baustelle und die Fertigstellung ist in Arbeit. Ein Video, das sich rasch in sozialen Netzwerken verbreitete, zeigt mehrere Personen, die ihre Räder schultern und sich teils akrobatisch auf dem schmalen Sims direkt über dem See bewegen, um das geschlossene Tor zu umgehen.
Besonders während der Osterfeiertage habe sich die Situation zugespitzt. Immer mehr Radtouristen ignorieren das Verbot und setzen ihren Weg entlang des Seeufers fort – teilweise „wie Seiltänzer“, indem sie mit dem Fahrrad auf den Schultern über Mauern balancieren. Am Ende des aktuell freigegebenen Abschnitts ist eigentlich Schluss: Ein Tor und ein Verbotsschild weisen klar darauf hin, dass man umkehren muss.

Die Missachtung dieser Regel sorgt nicht nur für Empörung, sondern auch für große Sorge. Denn hinter der Absperrung beginnt eine Baustelle, die für Unbefugte nicht gesichert ist. Zudem verläuft der nicht freigegebene Abschnitt teils exponiert direkt über dem See.
Der Bürgermeister von Limone, Franceschino Risatti, verurteilt das Verhalten deutlich. Es handle sich um “äußerst gefährliche und absolut zu vermeidende Aktionen”. Neben der Absturzgefahr drohen auch Verletzungen beim Überklettern der Barrieren.
Dabei wird am nördlichen Gardasee seit Jahren massiv in den Radtourismus investiert, um die Region attraktiver zu machen. Gerade deshalb könnten solche Vorfälle im Ernstfall zum Problem für das Image des gesamten Gebiets werden.
Wie real die Gefahr ist, zeigt auch ein tragischer Vorfall aus dem Vorjahr: Ein 43-jähriger Radtourist aus Polen stürzte im Bereich der Gardesana von einer steilen Böschung in den See und kam ums Leben. Der Mann war von der Straße abgekommen und aus großer Höhe abgestürzt.
Die aktuellen Vorfälle wecken daher Befürchtungen, dass sich ähnliche Tragödien wiederholen könnten. Der Bürgermeister appelliert erneut an den gesunden Menschenverstand: Die Informationen zu gesperrten Abschnitten seien ausreichend vorhanden, auch für Touristen. Wer sich darüber hinwegsetzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern riskiert auch empfindliche Strafen.




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