Von: luk
Meran – In Meran sollen Lärm und nächtliche Partys künftig stärker reguliert werden. Mit dem neuen Reglement führt die Kurstadt erstmals klare Dezibelgrenzen für Veranstaltungen und Events in Lokalen ein. Die Stadtpolizei will dabei künftig auch mit professionellen Schallmessgeräten kontrollieren.
“Wir haben notwendige Leitplanken geschaffen, um den Bereich besser zu regeln”, erklärt Stadtpolizeikommandant Alessandro De Paoli. Das neue Reglement soll laut ihm noch bis Ende des Monats vom Gemeinderat genehmigt werden.
Grenze bei 85 Dezibel
Der erlaubte Höchstwert liegt künftig bei 85 Dezibel. Dabei orientierte sich die Stadt laut De Paoli an vergleichbaren Regelungen anderer Städte. Kontrolliert werden soll mit professionellen Geräten, wie sie auch vom Land verwendet werden.
Allerdings kündigt der Kommandant zunächst eine “lockere Linie” an. Die ersten Kontrollen sollen gemeinsam mit den Veranstaltern und Wirten erfolgen. “Sie sollen zunächst selbst ein Gefühl dafür bekommen, wo die Grenzen liegen”, so De Paoli. Viele würden sich derzeit auf Handy-Apps verlassen, die jedoch keine präzisen Messwerte liefern könnten.
Musik grundsätzlich bis 23.00 Uhr
Künftig gilt für Veranstaltungen im Freien grundsätzlich eine Sperrstunde um 23.00 Uhr. Wer länger feiern möchte, braucht eine Sondergenehmigung der Bürgermeisterin.
Damit könne die Dauer von Events etwa bis Mitternacht verlängert werden. Bürgermeisterin Katharina Zeller hatte zuletzt auch eine mögliche Ausweitung bis 23.30 Uhr ins Spiel gebracht.
Die einfachere Variante läuft über die sogenannte SCIA-Meldung („Segnalazione Certificata di Inizio Attività“). Damit können Veranstaltungen ohne zusätzliche Genehmigungen bis 23.00 Uhr organisiert werden.
Zwei Tage Pause zwischen Veranstaltungen
Eine weitere Neuerung betrifft die Veranstaltungsdichte in der Innenstadt: Zwischen zwei Events mit elektroakustischer Verstärkung muss künftig eine Pause von mindestens zwei Tagen liegen – sofern die Veranstaltungen im Umkreis von 100 Metern stattfinden.
Damit soll verhindert werden, dass Anrainer über längere Zeiträume hinweg dauerhaft Lärm ausgesetzt sind. In den vergangenen Jahren habe es in Meran “fast eine übermäßige Zunahme” an Veranstaltungen gegeben, erklärt De Paoli gegenüber der Zeitung Alto Adige.
Zusammenarbeit mit dem Land
Die Stadtpolizei verfügt inzwischen über ein eigenes Dezibelmessgerät. Die Kontrollen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Luft und Lärm. Grundlage bleibt der kommunale Lärmschutzplan, in dem die zulässigen Grenzwerte festgelegt sind.
Trotz der strengeren Regeln bleiben Ausnahmen möglich: Für Veranstaltungen “von besonderer Bedeutung für die Allgemeinheit” kann die Bürgermeisterin weiterhin Sondergenehmigungen erteilen. Die Kontrollen sollen aber dennoch zeitnah starten.




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