Von: mk
Peschiera – Die Gemeinde Peschiera versenkt massenweise Kies im Gardasee, um gegen das Artensterben vorzugehen und ein kleines, glänzendes Lebewesen zu retten. Kameras überwachen nun die biologischen Aktivitäten auf den Grund des Sees.
Wer in den Gardasee blickt, erkennt an der ein oder anderen Stelle nicht viel. Kein Glitzern kleiner Fischschwärme, keine Alborella. Dieser einst allgegenwärtige Kleinfisch ist aus dem größten See Italiens fast verschwunden, wie die Online-Ausgabe der Hessische/Niedersächsische Allgemeinen berichtet. Doch Peschiera del Garda kämpft jetzt mit ungewöhnlichen Mitteln gegen das Artensterben.
Mehr als 100 Säcke mit je rund 1,8 Tonnen sauberem, gewaschenem Kies haben Arbeiter in den vergangenen Tagen in den Gewässern vor Peschiera versenkt. Ziel ist es, neue Laichplätze auf schlammigen Seegrund für die Alborella – auf Deutsch Ukelei – zu schaffen.
Bei dem Projekt handelt es sich praktisch um einen experimentellen Fischpark. „Die neuen Laichbetten werden nun auch mit Kameras und Beleuchtung überwacht, um die Art der biologischen Aktivität, die dort stattfinden wird, gut beurteilen zu können“, erklärt Filippo Gavazzoni, Vizepräsident der Comunità del Garda und Vizebürgermeister von Peschiera, der hinter der Initiative steht.
Wie Gavazzoni berichtet, gab es eine kleine Überraschung: „Kaum war der Kies ausgelegt, kamen einige Döbel sofort, um diese neuen Bereiche zu inspizieren – ich glaube, das ist ein sehr gutes Zeichen für die Möglichkeit, sie zur Laichablage anzuregen.“ Bei dem Döbel handelt es sich ebenfalls eine heimische Fischart, die dieselben Laichgründe wie die Ukelei bevorzugt.
Der Kies wird bewusst abseits von Badezonen am Grund des Sees gelagert – damit die Fische durch Schwimmer und Boote nicht gestört werden. Sie zählen zu den Hauptgründen für den Rückgang der Ukelei. Seit den 1990-er Jahren hat sich ihr Bestand drastisch reduziert. Doch nicht nur der Verlust geeigneter Laichplätze spielt eine Rolle. Dazu kamen auch Umweltbelastungen und invasive Fischarten.




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