Von: luk
Petacciato – Ein massiver Erdrutsch an der Adriaküste in Mittelitalien sorgt derzeit für erhebliche Verkehrsprobleme und einen Ausnahmezustand in der Region Molise. Am 7. April wurde die sogenannte „Frana di Petacciato“ nahe der Küstenstadt Petacciato erneut aktiv – ein seit 1906 bekannter Hangrutsch, der zu den größten Europas zählt.
Nach Angaben von Regionalpräsident Francesco Roberti erstreckt sich die Bewegung vom Landesinneren bis zur Adriaküste. Medien sprechen von einem der größten Erdrutsche Europas, der zeitweise sogar „Italien in zwei teilt“.
Die Auswirkungen sind gravierend: Ein Abschnitt der Autobahn A14 zwischen Vasto und Termoli wurde in beide Richtungen gesperrt. Der Straßenbelag ist aufgerissen, Teile der Fahrbahn sind abgesackt. Zeitweise steckten Hunderte Fahrzeuge in bis zu 13 Kilometer langen Staus fest. Auch der Bahnverkehr ist betroffen: Die wichtige Strecke Bari–Pescara ist zwischen Termoli und Montenero di Bisaccia unterbrochen, nachdem sich die Gleise durch den Erddruck verformt haben.

Eine rasche Entspannung ist nicht in Sicht. Zivilschutzchef Fabio Ciciliano erklärte, dass Reparaturen derzeit unmöglich seien, solange sich der Hang weiter bewegt. Man müsse mit Wochen oder sogar Monaten rechnen, bis die Infrastruktur wiederhergestellt werden könne. Der Erdrutsch ist seit 1906 bekannt. Er reaktiviert sich seitdem immer wieder.
Die Behörden reagierten mit weitreichenden Maßnahmen: In der gesamten Provinz Campobasso wurden Schulen und Universitäten vorübergehend geschlossen, um den Verkehr zu entlasten und die Sicherheit zu gewährleisten. Der Zivilschutz war im Einsatz, um gestrandete Reisende zu versorgen und Umleitungen einzurichten.
Auch die Regierung in Rom beobachtet die Lage genau. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht in engem Austausch mit den zuständigen Ministern und Behörden. Weitere Maßnahmen sollen nach technischen Bewertungen vor Ort entschieden werden.





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