VZS: "Wo bleibt das Vorsorgeprinzip?"

Glyphosat im Urin von Schwangeren gefunden

Donnerstag, 06. Juli 2017 | 17:04 Uhr

Rom/Bozen – Die EU-Kommission möchte die Zulassung für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für weitere zehn Jahre verlängern. Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen aus ganz Europa versuchen dies mittels Bürgerinitiative zu verhindern. Derweil weist eine italienische Untersuchung die Substanz im Urin von schwangeren Frauen nach.

Seit Februar 2017 haben über eine Million Menschen die Europäische Bürgerinitiative „Stop Glyphosat“ unterzeichnet. Sie fordern damit ein Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, eine Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide und verbindliche Reduktionsziele für die Verwendung von Pestiziden in der EU. Anfang Juli werden die Organisatoren die Initiative der EU-Kommission vorlegen und den EU-Gremien im Detail vorstellen. Die EU-Kommission muss innerhalb von drei Monaten eine schriftliche Stellungnahme abgeben, ist jedoch zu keinem Rechtsakt verpflichtet.

Innerhalb Jahresende müssen die EU-Staaten und die Kommission über die zukünftige Genehmigung von Glyphosat entscheiden. Eine Verlängerung der Zulassung für weitere zehn Jahre steht im Raum, nicht zuletzt weil die Europäische Chemikalienagentur ECHA das Unkrautvernichtungsmittel als nicht krebserregend einstuft. Die europäische ECHA vertritt damit eine gänzlich andere Position als die unabhängige Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO. Diese stuft Glyphosat als „wahrscheinlich beim Menschen krebserregend“ ein. “Darüber hinaus steht es im Verdacht, gentoxisch zu sein, Fehlbildungen bei Embryonen zu verursachen und das menschliche Hormonsystem negativ zu beeinflussen. In Kalifornien wird Glyphosat übrigens am 7. Juli von der Behörde für Gesundheit und Umwelt in die Liste der Chemikalien, die krebserregend sein können, aufgenommen”, schreibt die Verbraucherzentrale Südtirol.

Glyphosat ist das meistverkaufte und meistverwendete Pestizid der Welt. “Dementsprechend ist es längst auch dort zu finden, wo es nicht hingehört: in Lebensmitteln, in Hygieneartikeln, ja, auch im menschlichen Körper. Mehr oder weniger hohe Rückstände von Glyphosat in Lebensmitteln sind durch zahlreiche Analysen belegt, ob es sich nun um Hartweizen, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Bier, Frühstückscerealien, Honig oder Babynahrung handelt”, so die VZS weiter.

“Eine Untersuchung des italienischen Konsumentenschutzmagazins „Il Salvagente“ vom Mai 2017 weist Glyphosat nun auch im Urin und somit im Körper von schwangeren Frauen nach. Ausnahmslos alle untersuchten Frauen waren betroffen. In ihren Harnproben kam Glyphosat in Konzentrationen von 0,43 bis 3,48 Nanogramm pro Milliliter vor (Mittelwert: 1,13 ng/ml). Die Frauen leben bereits seit mehreren Jahren in der Großstadt Rom – einem landwirtschaftlich nicht intensiv genutzten Gebiet. Daher wird vermutet, dass sie das Glyphosat über die Nahrung aufgenommen haben. Wie die Onkologin Patrizia Gentilini unterstreicht, geht die Substanz vom mütterlichen Körper auf den Fetus über und kann die Gesundheit nicht nur im Kindes-, sondern auch im Erwachsenenalter beeinflussen. Bereits 2016 hat eine Analyse der Harnproben von 48 EU-Abgeordneten aus verschiedenen Ländern ähnliche Ergebnisse geliefert, mit Konzentrationen von 0,17 bis 3,57 ng/ml im Harn. Diese Untersuchungen zeigen: alle Verbraucher und Verbraucherinnen kommen mit Glyphosat in Kontakt, die meisten vermutlich über die Nahrungskette. Eine Diskussion über Grenzwerte ist fehl am Platz, denn bei erbgutschädigenden Substanzen können selbst winzige Mengen große Schäden anrichten”, berichtet die VZS.

Die Verbraucherzentrale Südtirol erneuert ihren Appell, bei der Entscheidung über die Zulassung von Glyphosat das europäische Vorsorgeprinzip (laut EU-Basisverordnung 178/2002) konsequent anzuwenden. Walther Andreaus, der Geschäftsführer der VZS, meint dazu: „Es ist inakzeptabel, dass Konsumenten und Konsumentinnen weiterhin einer Substanz ausgesetzt werden, die von der Weltgesundheitsorganisation als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft wird. Solange die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat wissenschaftlich umstritten sind, muss im Zweifel zum Schutze der Verbraucher und Verbraucherinnen gehandelt werden. Glyphosat darf nicht neuerlich zugelassen werden.“

Von: luk

Kommentare

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23 Kommentare auf "Glyphosat im Urin von Schwangeren gefunden"


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Chriss
Chriss
Grünschnabel
16 Tage 13 h

Traurig das Profitgier über den gesundenMenschenverstand steht. Stoppt endlich diesen Wahnsinn.

Antivirus
Antivirus
Tratscher
16 Tage 9 h

Die europäische ECHA vertritt damit eine gänzlich andere Position als die unabhängige Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO.😯😯😯 Diese stuft Glyphosat als „wahrscheinlich beim Menschen krebserregend“ ein. “Darüber hinaus steht es im Verdacht, gentoxisch zu sein, Fehlbildungen bei Embryonen zu verursachen und das menschliche Hormonsystem negativ zu beeinflussen. Warum wohl?? weil UNABHÄNGIGE AGENTUREN NICHT VON MONSANTO ABHÄNGIG SIND!!! der Gift Maschine keines gleichen

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
16 Tage 13 h

und im Trinkwasser Spuren der Anti BabyPille… was sagt die VZ dazu?

susisorglos
susisorglos
Neuling
16 Tage 8 h

Wie schaut es mit dem Trinkwasser bei uns aus?

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
16 Tage 8 h

drogen und antibabypillen , des isch jo gonz wos feines für die gesundheit ,

So ist das
So ist das
Tratscher
16 Tage 13 h

Geld geht eben immer noch vor Gesundheit. Nichts neues.

freiwild
freiwild
Neuling
15 Tage 23 h

di kluangärtner sein schlimmr.wennsi im komsortium ohne giftpass usw an des zuig kemman u unvrerdünnt am liabstn ibrol auispritzn.

Chriss
Chriss
Grünschnabel
15 Tage 18 h

Bitte das Hirn einschalten bevor man so einen Blödsinn schreibt. Wenn man die Fläche vergleicht mit der im Obstbau als auch im Weinbau Roundup eingesetzt wird kommt man schnell zum Schluss, wer die Umwelt mehr schadet.

Tabernakel
15 Tage 15 h

@Chriss
Freiwild und Hirn? Zwei Welten treffen aufeinander!

Mistermah
Mistermah
Superredner
16 Tage 10 h

Glycophosphat ist im Vergleich zu hundekot unbedenklich 😂

andr
andr
Tratscher
15 Tage 23 h

😀😁😁😁😁😁😁😁😁😂

iuhui
iuhui
Superredner
16 Tage 12 h

und wo bleiben denn hier die ganze Kommentare von denen die beim Thema impfen sich do fanatisch für die Gesundheit einsetzen? Kinderkrankheiten bekämpfen schon, aber Vergiftungen chi se ne frega…?

Mamme
Mamme
Tratscher
16 Tage 12 h

Muss man das glauben? sie sollen auch noch erzählen,was man sonst noch alles gefunden hat

Staenkerer
15 Tage 21 h
man konn olles glabn, muaß ob. nit! gsund werd des zuig sicher nit sein, sell bin i a überzeug, es werd holt auf de dosis u. de häufigkeit draufunkemmen! i frog mi holt oft wie de luft u. folglich a de wände u. böden in moncher wohnungen banond sein? in viele räume wern ohne bedenkn de raumduftspraybehälter aufgstellt de in regelmäsigen obständen a duft- isch sell wirklich lei reines “biorosenwosser” versprüht, haarspray u. deosprays gibs a no im hondel u. mücken- u. fliegenspray genauso u. de wern sicher a ungewendet, ob de olle gsund sein! de wern während dem versprühen… Weiterlesen »
xyz
xyz
Tratscher
16 Tage 8 h

Was gibt es da noch zu überlegen?!
In Amerika stehen zahlreiche Bauern vor dem Nichts weil auf ihren hlyphosatverseuchten Böden nichts mehr wächst…außer ein inzwischen resistent gewordenes Unkraut…

bern
bern
Tratscher
16 Tage 11 h

Wisst ihr, wieviel Glyphosat in Südtirol eingesetzt wird? Fragt doch mal nach!

iuhui
iuhui
Superredner
16 Tage 12 h

das Vorsorge Prinzip bleibt bei den Impfungen, alles andere ist den Politikern wurst, denn da gibt es nichts zu verdienen. Ganz einfach!

patriot
patriot
Tratscher
16 Tage 8 h

wos kimp dernoch?? es werds net moanen das es in getreideonbau ohne herbizid geat….monsanto war froa das es verboten würde denn es gib soviele nochbauprodukte umen holben geld.

andr
andr
Tratscher
15 Tage 23 h

das ist der pure Wahnsinn die Menschheit vernichtet sich tatsächlich selbst

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
16 Tage 8 h

Wo isch die lorenzin , de isch jo soviel um unsere gsundheit bemüht

Mistermah
Mistermah
Superredner
16 Tage 10 h

Entwas unscharf

Tirol
Tirol
Grünschnabel
15 Tage 16 h
Bitte richtig recherchieren, die Studien sind alt….. ↑ Glyphosat im Urin – Werte liegen weit unterhalb eines gesundheitlich bedenklichen Bereichs. In: Stellungnahme Nr. 014/2013 des BfR vom 14. Juni 2013; Hochspringen↑ Lars Niemann, Christian Sieke, Rudolf Pfeil, Roland Solecki: A critical review of glyphosate findings in human urine samples and comparison with the exposure of operators and consumers. In: Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Band 10, Nr. 1, 2015, S. 3–12, usw……. Ich bin nicht der Meinung das eine Diskussion über die Grenzwerte hinfällig ist, weil dort müsste man jede Plastikverpackung/Creme/Shampoo usw. verbieten…..weil leider gottes haben wir im Körper viel schlimmere Wirkungsstoffe z.B, Phtalate usw.  Ich bin auch der Meinung, dass… Weiterlesen »
MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
15 Tage 12 Min

Wenn die EU die Genehmigung für 10 Jahre verlängert,dann handelt sie im höchsten Masse KRIMINELL!!!

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