Von: mk
Neapel – Bislang galt bei Reisen in Europa hauptsächlich für osteuropäische Länder ein erhöhtes Risiko für Hepatitis A. Seit Jahresbeginn kommt es jedoch auch in der beliebten italienischen Urlaubsregion Kampanien vermehrt zu Ansteckungen. Doch das Gebiet rund um Neapel scheint nicht der einzige Infektionsherd zu sein. So sollen auch das Latium und Apulien betroffen sein.
Wie das Oberste Gesundheitsinstitut ISS vermelden ließ, wurden in den ersten drei Monaten des Jahres insgesamt 262 Hepatitis-A-Fälle in Italien registriert. 160 Ansteckungen seien allein im März erfolgt – ein Großteil der Infektionen davon in Kampanien, wo bis zum 17. März 110 Fälle gezählt worden seien. Dort liegen die bei Urlaubern sehr beliebten Ortschaften Neapel und Capri, aber auch die Amalfiküste.
Bald wurde vermutet, dass der Ausbruch des Virus mit dem Verzehr von infizierten Meeresfrüchten zusammenhängen könnte. Deshalb hat die Kommune Neapel in der Mitteilung vom 19. März reagiert. Demnach untersagt die Stadt der örtlichen Gastronomie, rohe Meeresfrüchte anzubieten. Auch zu Hause sollen laut Empfehlung keine Frutti di Mare zubereitet und gegessen werden. Gastronomiebetrieben und Imbissständen, die bei Verstößen erwischt werden, drohen Strafen in Höhe von bis zu 20.000 Euro.
Auch das Auswärtige Amt in Deutschland hat in der Zwischenzeit reagiert. So werden potenzielle Italien-Urlauber darüber informiert, dass der Ausbruch von Hepatitis A in Kampanien „mit dem Verzehr von Meeresfrüchten in Zusammenhang zu stehen scheint“. Reisende sollten deshalb auf den Verzehr der rohen Speise verzichten und grundlegende Hygienemaßnahmen beachten. Zudem sollte man den Anweisungen der Behörden Folge leisten. Außerdem wird auf die Möglichkeit einer Hepatitis-A-Impfung hingewiesen.
Die Krankheit wird durch eine virale Infektion der Leber ausgelöst. Neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl gehören grippeähnliche Symptome und Magen-Darm-Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen zum Erscheinungsbild. Darüber hinaus sind Fieber und Gelbsucht möglich. Bei Kindern kann die Infektion oft auch symptomfrei verlaufen.
Zwischen Ansteckung und ersten Symptomen vergehen durchschnittlich 28 bis 30 Tage. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind Betroffene häufig nur ein bis zwei Wochen vor und nach Symptombeginn ansteckend. Obwohl die Genesung häufig mehrere Wochen dauert, erholt sich ein gesunder Mensch in der Regel vollständig.




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