Von: APA/dpa
Der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Paralympics-Sportler Alessandro Zanardi ist am 1. Mai im Alter von 59 Jahren gestorben. Der Italiener hatte sich von einem schweren Unfall mit einem Handbike vor sechs Jahren nicht mehr erholt. 2001 hatte Zanardi bei einem Motorsport-Renncrash auf dem Lausitzring beide Beine verloren. Danach fing er mit dem Para-Radsport an und gewann mit dem Handbike vier Gold- sowie zwei Silbermedaillen bei Paralympischen Spielen.
Aufgrund seiner mit viel Optimismus gemeisterten Leidensgeschichte wurde Zanardi zu einem Sinnbild des Nicht-Aufgeben-Wollens. Die Motorsport- und die gesamte Sportwelt trauern um eine große Persönlichkeit und Inspiration für viele Menschen. “Ein Held größten Kalibers”, schrieb die Formel 1 in einer Huldigung. “Er stand vor Herausforderungen, die jeden anderen zum Aufgeben gebracht hätten, doch er blickte stets nach vorne – immer mit einem Lächeln und einer unerschütterlichen Entschlossenheit, die uns alle inspirierte”, sagte Zanardi-Landsmann und Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali: “Auch wenn sein Verlust tief zu spüren ist, bleibt sein Vermächtnis ungebrochen.”
Erfolgreiche Karriere in Formel 1 und im Para-Sport
Zanardi war in der Formel 1 zwischen 1991 und 1999 bei über 40 Rennen dabei. Er fuhr unter anderem für Lotus und Williams. Nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere verunglückte er nach einem Boxenstopp bei einem Rennen in der Champ-Car-Serie auf dem Lausitzring schwer. Ihm mussten beide Beine amputiert werden. Bei den Paralympischen Spielen in London 2012 und Rio de Janeiro 2016 war er im Radsport erfolgreich.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Zanardi als “außergewöhnlichen Menschen, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion in Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte”. “Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen viel mehr als nur einen Sieg geschenkt: Er hat uns Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben.” Die “Gazzetta dello Sport” schrieb: “Der Rennfahrer und Paralympionike, der Italien gelehrt hat, niemals aufzugeben.”
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff würdigte Zanardi. “Im Motorsport sprechen wir viel über Mut. Hin und wieder trifft man jemanden, der wirklich verkörpert, was das bedeutet. Alex Zanardi war dieser Mensch”, sagte der Wiener. Sein Beispiel werde weiterhin inspirieren und “uns daran erinnern, wie wahrer Mut wirklich aussieht.”
Keine Angaben zur Todesursache
Zur Todesursache machte seine Familie keine genaueren Angaben. 2020 war Zanardi bei einem Benefizrennen in der Toskana auf seinem Handbike mit einem Lastwagen kollidiert und hatte schwerste Kopf- und Gesichtsverletzungen erlitten. Er schwebte damals lange Zeit in Lebensgefahr. Von einer “heiklen neurochirurgischen Operation” sprachen die Ärzte damals. Im Jahr darauf sagte seine Frau, dass er mit ihnen kommunizieren könne, aber nicht in der Lage sei zu sprechen. Er habe aber noch viel Kraft in den Armen und Händen.
Bis zum 1. Mai 2026. “Alex ist friedlich eingeschlafen, umgeben von der Zuneigung seiner Angehörigen”, erklärte die Familie in ihrer Mitteilung.




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