Von: idr
Lecce – Die Unwetter in Italien fordern ein weiteres prominentes Opfer: Eine der meistfotografierten Naturattraktionen Apuliens ist für immer verschwunden. Der „Liebesbogen“ der Faraglioni di Sant’Andrea an der Adriaküste nahe Melendugno brach in der Nacht auf Sonntag zusammen – ausgerechnet in den letzten Stunden des Valentinstags.
Der sogenannte „Liebesbogen“, eine natürliche Brücke, die einen freistehenden Felsen mit der Steilküste verband, brach am Samstag in sich zusammen. Tagelange Sturmfluten, sintflutartige Regenfälle und orkanartige Winde hatten die bereits geschwächte Struktur endgültig zum Einstürzen gebracht. Es ist der schwerste Schaden, den die Küstenerosion der Landschaft des Salento je zugefügt hat.
„Es ist ein verheerender Schlag“, sagte Bürgermeister Maurizio Cisternino. „Eine der berühmtesten Touristenattraktionen an unserer Küste und in ganz Italien ist verschwunden.“ Tausende Urlauber pilgerten jährlich zu dem spektakulären Fotomotiv. Der Legende nach besiegelten Paare ihre Liebe unter dem Bogen, was den symbolträchtigen Einsturz am Valentinstag für viele zum schlechten Omen machte.
Region wurde hart getroffen
Der Küstenabschnitt zwischen Sant’Andrea und Torre dell’Orso wurde besonders hart getroffen. Blitze, Hagel und sturmflutartige Wellen setzten der Region in den vergangenen Tagen massiv zu. Das Gebiet rund um den zerstörten Bogen wurde aus Sicherheitsgründen abgesperrt.
Die Unwetter treffen Italien auf breiter Front: In Kalabrien wurde der Notstand ausgerufen, auf Sardinien musste die Feuerwehr Familien mit Schlauchbooten aus überschwemmten Häusern retten. Mehrere Straßen sind wegen Erdrutschgefahr gesperrt, Flüsse traten über die Ufer. Das Wahrzeichen von Sant’Andrea wird niemand je wieder sehen können.
Experten warnen bereits vor weiteren Verlusten: Die gesamte Adriaküste Apuliens ist durch Küstenerosion und den steigenden Meeresspiegel bedroht. Was Jahrtausende Wind und Wellen überstanden hat, könnte wegen der immer stärker werdenden Wetterereignisse in den kommenden Jahren verschwinden. Der Bogen von Sant’Andrea ist möglicherweise nur ein stummer Weckruf, den der Valentinstag 2026 schmerzhaft in Erinnerung gerufen hat.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen