Von: idr
Paris/Rom – Der diplomatische Ton zwischen Rom und Paris ist auf einem Tiefpunkt: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni aufgefordert, sich nicht in französische Angelegenheiten einzumischen. Hintergrund ist der brutale Tod des 23-jährigen rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque in Lyon.
Quentin Deranque starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, nachdem er letzte Woche von mindestens sechs Personen attackiert worden war. Der Angriff ereignete sich am Rande einer rechtsextremen Demonstration gegen einen linksgerichteten Politiker an der Universität Lyon. Die meisten der elf festgenommenen Verdächtigen werden dem linksextremen Milieu zugeordnet.
Meloni hatte sich am Mittwoch auf Social Media zu dem Fall geäußert: „Der Tod eines Jungen etwas über 20 Jahren, angegriffen von Gruppen, die mit dem linken Extremismus verbunden sind und überwältigt von einem Klima ideologischen Hasses, der mehrere Nationen erfasst, ist eine Wunde für ganz Europa“, schrieb die Chefin der rechtsgerichteten Fratelli d’Italia.

Meloni solle „in ihrer eigenen Spur bleiben“
Macron schoss gestern in Neu-Delhi zurück: „Jeder soll in seiner eigenen Spur bleiben“, sagte er am Rande eines offiziellen Staatsbesuchs in Indien. Ohne Meloni direkt zu nennen, machte der französische Präsident unmissverständlich klar, dass er keine Einmischung ausländischer Politiker duldet. „Lassen wir uns nicht auf ein Duell ein“, fügte er hinzu und betonte: „Das ist ein Moment der Verantwortung für alle politischen Kräfte.“
Im Palazzo Chigi wurden Macrons Worte mit Verwunderung aufgenommen, wie Quellen aus dem italienischen Regierungssitz mitteilten. Meloni habe lediglich ihr Beileid ausgedrückt und das Klima ideologischen Hasses verurteilt, das mehrere europäische Nationen erfasse. Außenminister Antonio Tajani stellte sich hinter Meloni: „Ein Mord kennt keine Grenzen und muss verurteilt werden“, schrieb er auf X.
Der Fall Deranque hat Frankreich tief gespalten. Die rechtsextreme Partei Rassemblement National sieht dadurch ihre bislang beste Chance auf den Präsidentenpalast bei den Wahlen 2027. Ob der Mord von Links ihnen den verhofften Aufschwung geben wird, bleibt abzuwarten.




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