Solowjow lieferte wüste Schimpftirade

Meloni kontert Putins Propaganda-Chef

Mittwoch, 22. April 2026 | 17:02 Uhr
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Von: mk

Rom – Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist nicht auf den Mund gefallen und scheut bekanntlich nicht die Konfrontation. Nach der beispiellosen Hetztirade des russischen Star-Journalisten Wladimir Solowjow nimmt sie eine Einordnung der Aussagen vor.

Wie berichtet, schleuderte der Kreml-treue Propagandist zur besten Sendezeit im russischen Fernsehen der Regierungschefin in Rom in einem bizarren Mix aus Russisch und Italienisch wüste Beschimpfungen entgegen. Solowjow bezeichnete Meloni unter anderem als „faschistisches Aas“, als „patentierte Idiotin“ und als „Schande der Menschheit“. Mit Wortspielen wie „PuttaMeloni“ und der Herabwürdigung als „bösartiges Weib“ griff er die Ministerpräsidentin auch sexistisch an. „Puttana“ bedeutet auf Deutsch wörtlich übersetzt „Hure“.

Die italienische Regierung reagierte prompt und bestellte den russischen Botschafter ein. Warum sich Solowjow zu dem peinlichen Auftritt hinreißen ließ, hat mehrere Gründe. Einmal liegt es daran, dass in Italien zwar ein Mitterechts-Regierung im Amt ist. Anders als die deutsche AfD, Österreichs FPÖ, Marine Le Pen in Frankreich oder der gerade abgewählte Viktor Orbán in Ungarn fällt Meloni Kreml-Despot Wladimir Putin allerdings nicht um den Hals. Im Gegenteil: Italien hat erst wieder bekräftigt hat, dass man fest an der Seite der angegriffenen Ukraine stehe und das Land auch militärisch weiter unterstütze.

Gleichzeitig gibt es auch ein persönliches Motiv: Die vielen Millionen, die Solowjow auf unerklärliche Weise angehäuft hat, verjubelte er am liebsten in Italien. Seine Luxus-Immobilien am Como-See hat der Staat allerdings schon wenige Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine beschlagnahmt.

Aktivisten kippten zudem rote Farbe in seinen Swimmingpool, um seine Mitverantwortung an Putins Morden und seiner Armee in der Ukraine zu verdeutlichen. Reisen nach Italien kann sich Solowjow auch wegen der EU-Sanktionen derzeit abschminken, die gegen ihn verhängt wurden.

In der Ukraine, wo die irren Verbalattacken ebenfalls registriert wurden, hat man eine weitere Erklärung. Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, schreibt auf X: Kaum jemand nehme Solowjow noch ernst. Sein Programm schaffe es nicht mehr in die Top 100 der beliebtesten Sendungen der Woche. Also tue er das, was er am besten könne, um wieder mehr Aufmerksamkeit zu erhalten: schreien und fluchen. „Die beste Antwort ist, überhaupt nicht darauf zu reagieren, sondern aus seiner Villa am Como-See einen Erholungs- und Genesungsort für ukrainische Kinder zu machen, die unter den Folgen des russischen Krieges leiden“, erklärt Gerashchenko lapidar.

Während Meloni unterdessen aus allen politischen Lagern und auch von Südtiroler Politikern Solidaritätsbekundungen erntet, fiel ihr eigener Kommentar ebenfalls betont gelassen: „Ein eifriger Regimepropagandist kann von Natur keine Lektionen in Sachen Freiheit und Kohärenz erteilen. Es werden sicherlich nicht diese Karikaturen sein, die uns vom Kurs abbringen.“ Anders als andere habe die Regierung in Rom keinen Herrn, folge keiner Agenda und nehme keine Befehle entgegen, schreibt Meloni auf X. „Wir haben nur einen Kompass: das Interesse Italiens. Und wir werden ihm weiterhin mit Stolz folgen, ganz zum Leidwesen der Propagandisten aller Couleur.“ Anders als andere nehme die Regierung keine Befehle entgegen, schrieb Meloni auf X. „Wir haben nur einen Kompass: das Interesse Italiens. Und wir werden ihm weiterhin mit Stolz folgen, ganz zum Leidwesen der Propagandisten aller Couleur.“

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