Konsequenzen nach Crans-Montana

Meloni: “Zu viele Menschen, die ihre Arbeit nicht gemacht haben”

Freitag, 09. Januar 2026 | 14:49 Uhr

Von: idr

Rom – Die Brandkatastrophe von Crans-Montana zieht ihre Kreise bis nach Italien. Nach dem Inferno in der Schweizer Bar „Le Constellation“ mit 40 Toten will Ministerpräsidentin Giorgia Meloni durchgreifen. Bei ihrer traditionellen Jahresabschluss-Pressekonferenz in Rom sprach sie sich heute Vormittag für ein Verbot von Sprühkerzen in Innenräumen aus. Unter den Todesopfern befinden sich auch sechs italienische Jugendliche.

Meloni fand deutliche Worte: „Was in Crans-Montana passiert ist, ist kein Unglück, sondern das Ergebnis von zu vielen Menschen, die ihre Arbeit nicht gemacht haben oder die dachten, sie könnten leicht Geld verdienen.“ Die Ministerpräsidentin verwies auf angebliche Videos, die zeigen sollen, wie die Betreiberin mit der Kasse aus dem Lokal flüchtete. Falls sich das bewahrheite, müsse man unnachgiebig vorgehen.

Zwar seien die italienischen Vorschriften bereits strenger als in der Schweiz, räumte Meloni ein. Dennoch müsse man überlegen, was man aus solchen Tragödien lernen könne. Ein Verbot von Sprühkerzen in geschlossenen Räumen stehe zur Diskussion. Die italienische Regierung verfolge die Ermittlungen in der Schweiz genau. „Wir sind bereit, den Familien jede notwendige Unterstützung zu geben“, versprach Meloni.

Mehrere Verfahren im Gange

Tatsächlich läuft inzwischen auch in Italien ein eigenes Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Rom hat wegen Brandstiftung und fahrlässiger Tötung Untersuchungen eingeleitet – ähnlich wie zuvor schon Belgien und Frankreich. Elf der verletzten Italiener werden derzeit im Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelt, viele von ihnen mit schwersten Brandwunden.

In der Schweiz selbst wird ebenfalls über schärfere Regeln diskutiert. Das Kanton Waadt hat bereits reagiert und als erstes Schweizer Bundesland Pyrotechnik in Bars und Restaurants verboten. Crans-Montana hat nach dem Unglück ein sofortiges Pyroverbot in Innenräumen verhängt. Das französische Betreiberpaar der Bar wird heute erstmals von den Ermittlern vernommen.

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