27 Verurteilungen

Millionen-Beschlagnahme nach Drogen-Geldwäsche

Donnerstag, 09. Juli 2026 | 12:29 Uhr

Von: luk

Trient – Ein groß angelegtes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Trient gegen ein internationales Geldwäschenetzwerk ist mit zahlreichen Verurteilungen zu Ende gegangen. Das zuständige Gericht verhängte im Rahmen mehrerer abgekürzter Verfahren und Strafabsprachen insgesamt 27 Schuldsprüche. Zehn Angeklagte wurden freigesprochen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft deckten die Ermittlungen eine grenzüberschreitend agierende kriminelle Organisation auf, die Erlöse aus dem internationalen Drogenhandel verschoben, verschleiert und anschließend in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust haben soll. Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Trient gemeinsam mit der Finanzpolizei geführt. Unterstützt wurden sie unter anderem von der italienischen Antimafia-Behörde, EUROJUST und EUROPOL.

Die Untersuchungen hatten bereits im Jahr 2019 begonnen. Mithilfe der Justiz- und Polizeikooperation mit Behörden aus 27 Staaten – darunter die USA, Frankreich, Deutschland, Spanien und Kolumbien – rekonstruierten die Ermittler ein weit verzweigtes Geldwäschesystem.

Dieses nutzte laut Staatsanwaltschaft Gesellschaften, Finanzintermediäre sowie ausländische Bankkonten und andere Finanzinstrumente, um die Herkunft der Gelder aus dem Drogenhandel zu verschleiern.

Die ausgesprochenen Haftstrafen belaufen sich insgesamt auf 86 Jahre, elf Monate und zehn Tage. Die Verurteilungen betreffen unter anderem die Delikte der kriminellen Vereinigung sowie der Geldwäsche von Geldern aus dem internationalen Rauschgifthandel.

Von besonderer Bedeutung sind nach Angaben der Ermittlungsbehörden auch die angeordneten Beschlagnahmen von Vermögen. Das Gericht ordnete die Einziehung von Vermögenswerten im Gesamtwert von 27,4 Mio. Euro an. Die Summe entspricht den mutmaßlichen Gewinnen aus der Geldwäsche.

Die Staatsanwaltschaft wertet die Vermögensabschöpfung als wichtigen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Durch die Beschlagnahmung der Vermögenswerte sei es gelungen, dem kriminellen Netzwerk erhebliche finanzielle Mittel zu entziehen und die Konsolidierung der illegal erzielten Gewinne zu verhindern.

Die Entscheidungen des Gerichts sind allerdings noch nicht rechtskräftig und können angefochten werden.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen