Von: idr
Cortina – Kaum zwei Wochen nach dem Skandal um einen Elfjährigen in Cortina hat sich in der Region Vicenza ein ähnlicher Vorfall ereignet: Ein 15-Jähriger mit Behinderung wurde vom Busfahrer mitten im Regen aus dem Bus geworfen – obwohl er sein Abo bei sich trug.
Der Jugendliche war Ende Januar mit einem Bus der Gesellschaft Vicentina Trasporti unterwegs, als er dem Fahrer ehrlich mitteilte, er habe sein Abonnement wohl zu Hause vergessen. Der Buslenker reagierte gnadenlos: Er schmiss den behinderten Schüler kurzerhand aus dem Bus. Erst später stellte sich heraus, dass der 15-Jährige sein Abo tatsächlich dabei und nur nicht sofort gefunden hatte.
Die Parallelen zum Fall von Cortina sind frappierend: Dort musste Ende Januar der elfjährige Riccardo sechs Kilometer durch Schnee und Kälte laufen, weil er statt eines zehn Euro teuren Olympia-Tickets nur ein normales Ticket für zweieinhalb Euro hatte. Der Bub kam mit blauen Lippen und Anzeichen von Unterkühlung zu Hause an. Als Wiedergutmachung durfte er bei der olympischen Eröffnungsfeier auftreten. Der Busfahrer hingegen wurde suspendiert.
Fehlverhalten auch in Vicenza
Beide Verkehrsunternehmen räumten inzwischen ein, dass sich die Fahrer falsch verhalten hätten. In Venetien gilt nämlich eine klare Regelung: Wer sein Abo nicht vorweisen kann, erhält zwar eine Strafe, hat aber vierzehn Tage Zeit, den Besitz nachzuweisen. Legt man das Abo innerhalb dieser Frist vor, wird die Strafe aufgehoben.
In Südtirol funktioniert es ähnlich, wie Mirko Waldner vom Landesamt für Personenverkehr erklärt: „Man hat fünf Tage Zeit, zu einem Infopoint zu gehen und das Abo vorzuzeigen. Dann wird die Strafe annulliert und durch einen Verwaltungsaufwand von fünfzehn Euro ersetzt.“ Ein zusätzliches Sicherheitsnetz bietet das U19-Ticket um zwanzig Euro pro Jahr, das praktisch jeder Schüler besitzt. Schulen können zudem kurzfristig Tagesermächtigungen ausstellen.




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