Papst Leo XIV. beginnt Osterfeiern

Papst wäscht Füße von zwölf Priestern

Donnerstag, 02. April 2026 | 18:54 Uhr

Von: apa

Papst Leo XIV. hat am Gründonnerstag zwölf Priestern die Füße gewaschen. Er vollzog die symbolträchtige Handlung in seiner römischen Bischofskirche im Lateran. Elf der Priester hat Leo XIV. im vergangenen Jahr selbst geweiht. Der zwölfte Priester ist der Seelsorger des örtlichen Priesterseminars.

“Mit seiner Geste der Fußwaschung reinigt Jesus nicht nur unser Gottesbild von den Götzenbildern und Lästerungen, die es verunreinigt haben, sondern er reinigt auch unser Menschenbild, das sich mächtig wähnt und sich groß fühlt, wenn es gefürchtet wird”, so Leo XIV. in der Messe “in Coena Domini”, der Feier, die die Osterliturgie eröffnet.

Fußwaschung erinnert an Demutsgeste Jesu

Der Papst rief dazu auf, dem Beispiel Jesu “der Hingabe, des Dienstes und der Liebe” zu folgen. “Angesichts einer Menschheit, die durch viele Beispiele von Brutalität in die Knie gezwungen ist, sollten auch wir uns als Brüder und Schwestern der Unterdrückten niederknien”, erklärte der Pontifex.

Die Fußwaschung erinnert an die Demutsgeste Jesu, der seinen zwölf Jüngern vor dem letzten Abendmahl die Füße wusch. Papst Pius XII. (1939-58) hatte 1955 das jahrhundertealte Ritual als möglichen Bestandteil der Abendmahlsmesse festgeschrieben. Bis 2016 waren dabei nur Männer zugelassen. Papst Franziskus (2013-2025) öffnete das Ritual für beide Geschlechter.

Leos XIV. Vorgänger nutzte diese Tradition auch stets, um marginalisierte Gesellschaftsgruppen in den Mittelpunkt zu rücken: Mal wusch Franziskus Migranten in ihrer Aufnahmeeinrichtung die Füße, häufig vollzog er den Brauch an Häftlingen in römischen Gefängnissen. Mit der Rückkehr in die Lateranbasilika knüpft Leo XIV. an die Tradition der Päpste vor dem am Ostermontag 2025 gestorbenen Franziskus an.

Leo XIV. zelebrierte Chrisammesse im Petersdom

Papst Leo XIV. zelebrierte am Gründonnerstag bereits die Chrisammesse im Petersdom mit Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie. Sie bildete den Auftakt zu den großen liturgischen Feiern rund um Ostern. Bei dieser Messe wurden die heiligen Öle geweiht, die für Taufen, Firmungen, Krankensalbungen sowie Weihen verwendet werden. Der Papst hob die zentralen Merkmale der Mission der Kirche hervor, die nicht auf die “Logik der Vorherrschaft” antworten dürfe. “Die Liebe ist nur dann wahr, wenn sie entwaffnet ist”, sagte Papst Leo XIV. in seiner Predigt.

Leo XIV. wird als erster Papst seit vielen Jahren beim Kreuzweg am Kolosseum am Karfreitag persönlich das Kreuz durch alle Stationen tragen. In den Vorjahren hatte Papst Franziskus wegen seiner Gehbehinderung diese symbolische Geste anderen Gläubigen überlassen. Auch seinem Vorgänger Papst Benedikt XVI. wurde das Kreuz meist erst zum Abschluss des Kreuzwegs überreicht.

In den vergangenen beiden Jahren hatte Papst Franziskus persönlich die Meditationen verfasst. Am Karfreitag 2025 war er krankheitsbedingt am Kolosseum nicht anwesend, er starb drei Tage später im Vatikan.

Am Samstagabend ist die mehrstündige Feier der Osternacht im Petersdom vorgesehen. Am Sonntag wird Leo XIV. vor zehntausenden Pilgern zum ersten Mal die Ostermesse feiern und danach den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) spenden.

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