Von: luk
Rom – Parkplätze im Stadtzentrum sind in fast allen europäischen Städten kostenpflichtig – doch die Preise unterscheiden sich teils erheblich. Je nach Stadt, Lage und Dauer der Parkzeit reicht die Spanne von wenigen Cent bis zu mehreren Euro pro Stunde. Das zeigt ein Vergleich der Tarife in italienischen und europäischen Großstädten.
In Italien variieren die Gebühren stark zwischen den Kommunen und sogar zwischen einzelnen Stadtvierteln. In Rom kostet das Parken auf den blauen Linien außerhalb der verkehrsbeschränkten Zone ein Euro pro Stunde, innerhalb davon 1,20 Euro. Kurzzeitparken ist ab 20 Cent für 15 Minuten möglich. Deutlich teurer sind Parkhäuser und private Stellplätze mit durchschnittlich drei Euro pro Stunde.
Mailand zählt zu den teuersten Städten: Im Zentrum (Area C) kostet das Parken drei Euro pro Stunde, teilweise sogar bis zu acht Euro pro Stunde in besonders begehrten Lagen. In Turin liegt der Stundensatz im Zentrum bei 2,80 Euro, in anderen Zonen zwischen 1,20 und 1,70 Euro.
Im Waltherpark in Bozen werden bekanntermaßen 4,5 Euro pro Stunde verlangt.
Auch in Florenz, Bologna und Genua steigen die Tarife deutlich, je näher man dem historischen Zentrum kommt. Günstiger ist das Parken unter anderem in Palermo, Cagliari oder Campobasso, wo die Preise teilweise bei 50 Cent bis ein Euro pro Stunde beginnen, rechnet die italienische Wirtschaftszeitung “Il Sole 24 Ore” vor.
Viele Städte begründen die kostenpflichtige Kurzzeitparkzone mit dem Ziel, den Parkraum zu regulieren und den Verkehr in Innenstädten zu reduzieren. Gleichzeitig bieten manche Gemeinden Ermäßigungen, Abonnements oder soziale Tarife an.
Neben den Parkgebühren sorgen zunehmend auch Strafzettel für Ärger – vor allem bei Touristen. Laut der European Associated Motorists (AEA) sind Parkstrafen in vielen europäischen Städten zu einer Art “Souvenir” geworden. Besonders in Spanien seien die Regelungen zur Parkraumbewirtschaftung und zu Umweltzonen so komplex, dass Verstöße kaum zu vermeiden seien. In Madrid stiegen 2025 die Einnahmen aus Parkstrafen deutlich, obwohl die Zahl der Bußgelder nur leicht zunahm.
Einen anderen Weg ging zuletzt Bulgarien: In Sofia sollte eine umfassende Parkreform mit höheren Tarifen und längeren Gebührenzeiten umgesetzt werden. Nach Protesten und Klagen wurde das Vorhaben jedoch vorerst gerichtlich gestoppt. Die Richter prüfen nun die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen.
Der Vergleich zeigt: Parken im Zentrum bleibt in Europa nicht nur teuer, sondern auch zunehmend komplex.




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