Ansammlung von Migranten wollte Festnahme verhindern – VIDEO

Patrouille der Armee eingekreist und angegriffen

Dienstag, 08. August 2017 | 07:10 Uhr

Neapel – Eine Patrouille des italienischen Heeres, die im Rahmen der Operation „Strade sicure“(„Sichere Straßen“, Anmerkung der Redaktion) in der süditalienischen Stadt Neapel Kontrollen und Streifengänge durchführte, wurde am frühen Sonntagabend von einer Ansammlung von Einwanderern bedroht und angegriffen. Der ganze Vorfall wurde von einem Zeugen mit der Kamera gefilmt und auf einer Facebook-Seite veröffentlicht.

Twitter/Napoli

Es war am frühen Sonntagabend gegen 19.00 Uhr, als die Streife der Armee in Vasto – einem sich in der Nähe des Bahnhofs befindenden, zentral gelegenen, aber heruntergekommenen Stadtviertel von Neapel – ein am Boden liegender Mann auffiel.

Als die Militärangehörigen den Mann, der laut einigen Zeugen unter psychischen Problemen gelitten oder unter dem Einfluss von Alkohol gestanden haben soll, kontrollieren und befragen wollten, näherte sich ihnen zuerst von der einen und dann von der anderen Seite eine immer größer werdende Ansammlung von Migranten. Den fünf schwer bewaffneten Soldaten gelang es noch am Anfang, die protestierenden Menschen zurückzudrängen, aber als die Menge immer größer wurde und die Soldaten und ihr Patrouillenfahrzeug komplett eingekreist waren, wurde die Lage immer kritischer. Als eine Gruppe junger Migranten versuchte, den Soldaten den festgenommenen Mann zu „entreißen“ und ihn wegzubringen, eskalierte die Situation vollends. Zwischen den Soldaten und einigen Migranten kam es daraufhin zu lautstarken Wortgefechten und Rangeleien. Nachdem zunächst eine Gruppe von Männern die Unordnung genutzt hatte, den Verhafteten wegzubringen, gelang es den Soldaten erneut den Mann festzunehmen und die Menschenansammlung in Schach zu halten, während im Hintergrund Stimmen mit der Bitte zu hören waren, den Mann „nicht zu schlagen“.

 

An dieser Stelle bricht das Video, das von der Facebook-Gruppe „Comitato Quartiere Vasto“ – einer Gruppe von Bürgern, die untereinander Informationen austauschen und sich laut eigenen Angaben gegen den Niedergang und die Verwahrlosung ihres Stadtviertels stemmen – am späten Sonntagabend auf ihrer Seite online gestellt wurde, ab. Auf Facebook wurden später weitere Videos gepostet, die die Ankunft von einem Rettungswagen, einer Streife der Carabinieri und eine der Finanzpolizei zeigen. Der Festgenommene wurde mit dem Rettungswagen weggebracht, während die Einwanderer gegen die Ordnungskräfte und die Soldaten protestierten.

ABBANDONATI E TRADITI!!!!!!!!Napoli, Via Firenze. PIENO CENTRO!!!!Dopo un normale controllo da parte dei Militari impiegati nell'Operazione "Strade Sicure", scatta la rivolta da parte delle cosiddette RISORSE!!!EPISODI COME QUESTI ACCADONO OGNI GIORNO NEL NOSTRO QUARTIERE E TUTTI FANNO FINTA DI NON VEDERE!!!CI SENTIAMO SOLI E ABBANDONATI…ABBIAMO PAURA PER NOI E PER LE NOSTRE FAMIGLIE!!!! ORA BASTA!!! Addirittura aggressione ALLO STATO!!CONDIVIDETE DEVE ARRIVARE OVUNQUE QUESTO VIDEO!!!!

Pubblicato da Lello Cretella su Domenica 6 agosto 2017

Die Einwohner des Viertels haben inzwischen von derlei Vorfällen, die immer öfter vorkommen sollen, genug, und verlangen vom Staat und von der Stadtgemeinde Abhilfe. Der Bürgermeister von Neapel, Luigi de Magistris, versprach den Neapolitanern, bis Dezember das Aussehen des Viertels zu verbessern und die Integration der Migranten zu fördern.

Eine andere Version des Vorfalls im Viertel Vasto kam hingegen von der Vereinigung „Rete Antirazzista Napoli“. Laut der antirassistischen Vereinigung sollen die Soldaten nach einigen Momenten der Spannung und Aufregung nicht davor zurückgeschreckt sein, den Festgenommenen zu schlagen.

 

Von: ka