Lega Nord-Chef Matteo Salvini greift ihn hart an: „Antiitaliener“

Priester bringt Flüchtlinge ins Schwimmbad

Dienstag, 22. August 2017 | 07:11 Uhr

Pistoia – Der vom Pfarrer der toskanischen Stadt Pistoia, Don Massimo Biancalani, organisierte Ausflug von Flüchtlingen in ein öffentliches Schwimmbad wird immer mehr zu einer politischen Affäre.

Don Massimo Biancalani, der schon seit Längerem in der Flüchtlingsarbeit sehr engagiert ist, hatte vor einigen Tagen die Idee, mit den von ihm betreuten Flüchtlingen einen Tag im Schwimmbad zu verbringen. Die Bilder des gemeinsamen Schwimmausflugs stellte der Pfarrer später auf sein Facebook-Profil. Seinen Bildern fügte Don Massimo Biancalani folgende Sätze hinzu: „Und heute im Schwimmbad! Sie sind mein Vaterland, die Rassisten und Faschisten meine Feinde.“

24 ore BLOCCATO da FB a causa di questo POST!!!!Alcune foto di ragazzi africani in piscina è un problema per FB?L'…

Pubblicato da Massimo Biancalani su Sabato 19 agosto 2017

Innerhalb kürzester Zeit erntete der bebilderte Facebook-Eintrag zwischen Befürwortern und Gegnern des Pfarrers Hunderte von Kommentaren. Auch der Parteisekretär der rechtspopulistischen Lega Nord, Matteo Salvini, stieß auf das Profil des Pfarrers von Pistoia und kommentierte es mit scharfen Worten: „Dieser Massimo Biancalani, anti-legistischer, antifaschistischer und anti-italienischer Priester, ist der Pfarrer von Pistoia. Das ist kein Fake! Gutes Baden.“

Nach seinen eigenen Angaben wurde Don Massimo Biancalani 24 Stunden lang von Facebook blockiert. In einem weiteren Eintrag fragt sich der Pfarrer von Pistoia, ob einige Fotos von Afrikanern im Schwimmbad und der Einsatz für Aufnahme und Solidarität und gegen Rassismus für Facebook ein Problem seien. Tatsache ist, dass am letzten Sonntag nach einer Welle von sehr kritischen Kommentaren, von denen einige auch schwere Beleidigungen gegenüber dem Pfarrer enthielten, der ganze Eintrag von Facebook blockiert wurde. Später postete Don Massimo Biancalani ein Foto der Reifen der Fahrräder der Migranten, die nach dieser Affäre angeblich zerstochen worden sein sollen. Wie Don Massimo Biancalani auf seinem Profil schreibt, will er sich gegen politische Instrumentalisierung und Heuchelei zur Wehr setzen, alle verleumderischen Kommentare bei der Postpolizei anzeigen und sich auch in Zukunft für die jungen Flüchtlinge einsetzen.

Facebook/Massimo Biancalani

Derzeit betreut Don Biancalani in Absprache mit der Präfektur zwei Gemeinschaften, die jeweils zu einer Pfarre gehören. In jeder Gemeinschaft werden 20 Flüchtlinge und einige Obdachlose betreut. Nach den harten Angriffen in den sozialen Netzwerken erfuhr der Pfarrer aus seiner näheren Umgebung und besonders aus seiner Pfarrgemeinde sehr viel Solidarität und Anerkennung für seine Arbeit mit den Flüchtlingen. Auch der Bischof von Pistoia, Monsignor Fausto Tardelli, stärkte Don Biancalani den Rücken und verurteilte in einer geharnischten Stellungnahme – http://www.diocesipistoia.it/notizie/comunicato-della-curia-diocesana/ – unter anderem die rassistischen Angriffe und Beleidigungen gegenüber jenen, die in kirchlichen Einrichtungen aufgenommen wurden.

Facebook/Massimo Biancalani

Von: ka