Finanzwache vereitelt weiteren Schaden von 60 Mio. Euro, 16 Personen verhaftet – VIDEO

Riesiger Bürgereinkommensbetrug: 20 Mio. Euro für 9.158 Fake-Antragsteller

Freitag, 12. November 2021 | 08:04 Uhr

Mailand – Nach langwierigen Ermittlungen deckten die Ermittler der italienischen Finanzpolizei einen riesigen, das italienische Bürgereinkommen betreffenden Betrug auf.

Im Rahmen einer eng koordinierten Aktion führten am Donnerstagmorgen die Beamten des Provinzkommandos der Finanzpolizei von Cremona und Novara auf Anweisung der Mailänder Staatsanwaltschaft in mehreren italienischen Städten – von Mailand über Cremona bis Agrigent – eine Vielzahl von Hausdurchsuchungen durch, wobei für 16 Personen die Handschellen klickten. 9.158 Mittäter, die ebenfalls Teil des von Italien bis Rumänien reichenden Betrugsnetzwerks waren, wurden auf freiem Fuß angezeigt. Dank des schnellen Eingreifens konnte für den Steuerzahler ein weiterer Schaden von 60 Millionen Euro abgewendet werden. 20 Millionen Euro dürften hingegen nicht mehr einbringbar sein.

REDDITO DI CITTADINANZA A 9 MILA ROMENI MAI STATI IN ITALIA

REDDITO DI CITTADINANZA A 9 MILA ROMENI MAI STATI IN ITALIAAvevano organizzato una truffa da 60 milioni per far percepire il reddito di cittadinanza a 9 mila cittadini romeni, la maggior parte dei quali non ha mai messo piede in Italia. Per questo, 16 persone hanno ricevuto un'ordinanza di custodia cautelare dalla Procura di Milano. Jari Pilati per il Tg3 delle 19 dell'11 novembre 2021

Posted by Tg3 on Thursday, November 11, 2021

Den 16 Festgenommenen wird vorgeworfen, Mitglieder einer kriminellen Vereinigung zu sein, deren Ziel es war, sich auf illegale Art und Weise Zugang zu Sozialleistungen wie unter anderem das italienische Bürgereinkommen zu verschaffen.

Einer ersten Rekonstruktion ihrer Vorgangsweise zufolge waren in der straff organisierten kriminellen Bande die Aufgaben klar verteilt. Einige der Mitglieder, bei denen es sich allesamt um rumänische Staatsbürger handelte, hatten die Aufgabe, die für den Betrug notwendigen Ausweispapiere und Namen von Landsleuten zu beschaffen. Dabei griffen sie oftmals auf die Unterstützung von im Ausland lebenden Komplizen zurück. Diese Dokumente wurden dann über vertrauenswürdige Personen an „entgegenkommende“ Inhaber von Steuerbeistandszentren übergeben, die damit beauftragt waren, die falschen Antragsunterlagen wie die Einheitliche Ersatzerklärung und die Steuernummer auszufüllen und vorzubereiten. Zuletzt erschienen wieder andere Mitglieder der Bande, die die elektronischen Karten bei den verschiedenen Postämtern einsammelten.

Finanzpolizei

Dank der gefälschten Dokumente und der elektronischen Bürgergeldkarten, die ihre Inhaber zum Erhalt des Bürgereinkommens berechtigten, verschaffte sich das Betrugsnetzwerk einen steten Geldfluss.

Die Analyse von mehr als 14.000 Einzelanfragen durch die Finanzwache von Novara und Cremona führte zur Aufdeckung von mehr als 9.000 gefälschten Anträgen, die ein finanzielles Betrugsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro umfassten. Die von den Beamten der Finanzpolizei gemeinsam mit dem italienischen Sozialfürsorgeinstitut INPS durchgeführte Untersuchung und das folgende schnelle Eingreifen der Beamten ermöglichten es, die Auszahlungen der illegal erschlichenen Gelder zu unterbinden und für den Steuerzahler einen weiteren Schaden von 60 Millionen Euro rechtzeitig zu vereiteln.

Trotz der im Rahmen der Ermittlungen durchgeführten Hausdurchsuchungen, Verhöre und Beschlagnahmungen fuhren die Mitglieder der kriminellen Vereinigung fort, dieselben Ausweispapiere zur Erlangung von Bürgereinkommen zu verwenden. Mit Drohungen und Einschüchterungen zwangen sie in der Lombardei und der Emilia-Romagna weitere Eigentümer von Steuerbeistandszentren dazu, mehr als 1.200 gefakte Anträge zu stellen. Diese Betrügereien verursachten einen zusätzlichen Schaden von eineinhalb Millionen Euro. Die von der Finanzwache in die Wege geleiteten Strafverfolgungsmaßnahmen ermöglichten es auch in diesem Fall, die illegalen Auszahlungen zu stoppen. Mit den letzten Verhaftungen wurde das Betrugsnetzwerk endgültig zerschlagen.

Finanzpolizei

Das Bekanntwerden des riesigen Betrugs entfachte in Italien erneut die Debatte um Sinn und Zweck des Bürgereinkommens. Die Gegner weisen nicht nur auf die unzähligen Betrügereien hin, sondern verweisen auch auf die laut ihrer Sicht schädlichen Auswirkungen des Bürgergelds auf den Arbeitsmarkt. Seit der Einführung des Bürgereinkommens ist es für Unternehmer spürbar schwerer, im Tourismusgewerbe und in der Landwirtschaft genügend Saisonkräfte zu finden.

Von: ka

Kommentare

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36 Kommentare auf "Riesiger Bürgereinkommensbetrug: 20 Mio. Euro für 9.158 Fake-Antragsteller"


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Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

höchste zeit dia gaunerei wieder ohzuschoffn, deis gesetz nutzen eh lei kriminellen und faule leit aus 🤔

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

so ist es, und nur so.

Dutchman
Dutchman
Grünschnabel
17 Tage 10 h

Ich kenne sogar Bürger, deren “Berufswunsch” das Beziehen des Bürgergeldes ist. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich k…..n möchte!

tom
tom
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

passiert in Deutschland mit Hartz 4 genauso, wer betrügen kann, betrügt auch, da da spielt die Herkunft keine Rolle

rocco
rocco
Neuling
17 Tage 7 h

Genau.do war lai amo in südtirol de ontrogstella zi kontrollieren..konn jo et so schwar sein.obo Wenn do Wille fahlt. ..

friedl
friedl
Neuling
17 Tage 6 h

Warum abschaffen? Das Bürgergeld kommt vom Staat und der bekommts von den fleißigen Leuten. Also ändern: Gezahltes Bürgergeld durch Mindestlohn teilen = Arbeitsstunden. Und die muss der Empfänger gemeinnützig abarbeiten. Ist auch sozial fürsorglich, denn die Leute bleiben in Bewegung und leisten in der Zeit keine Schwarzarbeit.

Dutchman
Dutchman
Grünschnabel
17 Tage 4 h

@friedl Gute Idee!

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

@sakrihittn wenn man sieht wie die Leute mit 50-100€- scheinen die sie kaum in beiden Händen halten können protzen kommt einen das große 🤮

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

@friedl wie kommst du auf die Idee das die Arbeiten wollen?

Offline1
Offline1
Superredner
13 Tage 23 h

@friedl…TOP 👍👍👍 Hoffentlich liest zumindest die Pressestelle des LH hier auf SN mit….

Savonarola
17 Tage 10 h

l’Italia è una repubblica fondata sul lavoro. Degli altri.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
16 Tage 13 h

savonarola

aggiungerei, soprattutto degli altri …. ;-)))))

DerTom
DerTom
Tratscher
17 Tage 11 h

Unglaublich….

Rabe
Rabe
Tratscher
17 Tage 10 h

Des Bürgergeld isch jo direkt gerichtn um Faulheit und Betrug zu unterstützen

tom
tom
Universalgelehrter
16 Tage 5 h

oder abgeändert, etwas wurde ja bereits gemacht

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
17 Tage 8 h

Diese Systeme, die so offensichtlich zum Betrug einladen gehören sofort gestrichen!

Savonarola
17 Tage 8 h

die 5Stelle sollen das zurückzahlen, die haben das erst möglich gemacht.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

Ein Lob der Polizei aber insgesamt einfach lächerlich. Einmal das Grundeinkommen an sich, nach dem Motto: wer arbeitet ist dumm. Zum anderen kein funtionierendes System um solche verbrecherische Aktiviäten im Vorfeld zu unterbinden.

Brummbaer
Brummbaer
Grünschnabel
17 Tage 11 h

was ursprünglich gut gedacht war, ist angesichts der vielen Betrüger und eines offensichtlich unzureichenden Kontrollsystems der Rechtmässigkeit dieses Bürgergeldes zu einem Fiasko geworden, das Unmengen von Steuergeldern verschlingt und nicht zum eigentlichen Zweck der Eingliederung in ein Arbeitsverhältnis führt. Ich würde die Reihenfolge umkehren: ZUERST nützliche Arbeiten leisten lassen, dann erst gibts Unterstützung!

inni
inni
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

Warum nicht vorher prüfen statt im Nachhinein kontrollieren?

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 7 h

inni es wird kontrolliert. Aber bei Den Falschen. Denen etwas Zustände da wird die B ürokratie so nervenaufreibend gemacht dass Sie s nicht mehr packen.

NurMalSo
NurMalSo
Grünschnabel
17 Tage 7 h

Weil es dann vermutlich für jeden Antragssteller einen öffentlichen Bediensteten mehr geben würde. Das gilt übrigens auch für Südtirol…

Denkt mit
Denkt mit
Grünschnabel
17 Tage 9 h

sofort obschoffn des eingeführte Bürgereinkommen. Seit des ausgizohlt werd, gibs la Probleme. Gscheida sie gebm in de Leit irgend a Orbat.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

und den arbeitenden weniger Steuern

Dostoevsky
Dostoevsky
Grünschnabel
17 Tage 10 h

Wie gierig der Mensch doch ist.

sophie
sophie
Universalgelehrter
17 Tage 10 h

Unglaublich, ja aber wahr, ab und zu fragt man sich schon wie einige das machen, wenn sie sieht …..

Luis1970
Luis1970
Grünschnabel
17 Tage 9 h

Dass diese Betrugsmasche mit tausende Beteiligten  ein solches Ausmaß erreichen konnte und über Jahre praktiziert werden konnte  beweist wieder wie leicht es den Betrügern gemacht wird und dass staatliche Angestellte in den maffiosen Machenschaften oft beteiligt sein müssen.
Doch ein Arbeitnehmer wird wegen einigen 10 € in einer  fehlerhafter Steuererklärung oft durch unwissender falscher Abschreibung verursacht, zu unangemessenen Strafzahlungen verurteilt, was mir selbst wegen 30.000 Lira (15 €) schon passiert ist. da besonders unsere Autonome Provinz bei der Kontrolle der Steuererklärungen der Arbeitnehmer gewissenhaft tätig ist, kann man unseren Politiker diesbezüglich keine Untätigkeit vorwerfen.

herta
herta
Tratscher
17 Tage 10 h

das war voraus zu sehen wenn’s irgendwo ein Geld zu holen gibt ist der Mensch findig
und scheut vor nicht’s zurück an gewisse Folgen denkt er nicht schlimm genug, Ehrlich=
keit ist für solche Leute ein Fremdwort

Ilvi
Ilvi
Grünschnabel
17 Tage 7 h

Wia holt so üblich “fatta la legge trovato l’inganno”.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
17 Tage 11 h

Ehrlich gesagt, manchmal ist aber der Verteiler ein wenig dumm und nicht der Empfänger der hoch Kriminelle. 
Die 2×600 Euro die mir am Anfang der Pandemie von der Inps spendiert wurden hätte ich nicht unbedingt erhalten müssen, im Gegenteil, besser wäre gewesen rechtzeitig genug Schutzkleidung für die Sanität abzusichern.

Dagobert
Dagobert
Kinig
17 Tage 9 h

Foscht nit zu glabm, dass aso eppes in Italia möglich isch! 😂😂

doco
doco
Tratscher
16 Tage 22 h

die Bezieher sollen bpersönlich erscheinen Fingerabdrücke abgeben eventuell noch einen Chip einsetzen und erst dann sollen sie das Geld bekommen aber besser wäre diesen Blödsinn abschaffen ist sowieso nur für Gauner gemacht.

was bin ich
was bin ich
Grünschnabel
17 Tage 9 h

…wär hätte das gedacht ?

berthu
berthu
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

Dafür verdoppelt man die IRAP – Steuer auf “Arbeit”, weil die ja sonst nicht schon viel zu hoch ist!
-den Haushalt zu sichern- laut dem Lanz. Sein Lebenslauf paßt da schön dazu.

Galantis
Galantis
Tratscher
16 Tage 10 h

..für’s nix tun noch belohnt werden ist in Italien nichts Neues! Die Dummen sind wieder einmal die ehrlichen Steuerzahler!

sophie
sophie
Universalgelehrter
17 Tage 5 h

Unglaublich, aber wahr, ab und zu fragt man sich schon wie einige das machen, wenn man sie sieht …..

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