Von: idr
Siena – Was in diesen Tagen in der Toskana und der Emilia-Romagna passiert, hat Seltenheitswert. Eine Kältewelle aus dem Norden hat Mittelitalien erwischt und die beiden Regionen in ein Winterwunderland verwandelt, die normalerweise für Zypressen, Olivenhaine und mildes Klima bekannt sind. Gestern wachte auch das pittoreske Siena unter einer Schneedecke auf. Währenddessen war die A1 zeitweise erneut wegen des Schneegestöbers geschlossen.
In Siena blieben die Schulen gestern geschlossen, während die Feuerwehr zu Einsätzen in der ganzen Stadt ausrückte. Die Temperaturen fielen vor Ort auf minus drei Grad. Die mittelalterliche Stadt, deren Piazza del Campo sonst von Touristen bevölkert wird, liegt unter einer weißen Decke. Schnee in Siena ist tatsächlich außergewöhnlich – das letzte Mal schneite es nennenswert zwischen Dezember 2009 und März 2010. In anderen Teilen Italiens, wie dem Hochplateau von Asiago in Venetien, fielen sie sogar auf minus 23 Grad.
Noch dramatischer war die Lage auf der A1, der legendären Autostrada del Sole. Zwischen Bologna und Florenz sorgte der heftige Schneefall bereits am Dienstag für eine zeitweise Vollsperrung. Gestern traf es die Strecke erneut, diesmal kurz hinter Calenzano, kurz vor Florenz. Die Autobahn musste abermals zeitweise komplett gesperrt werden.
Winterchaos in Mittelitalien
Für Einheimische bedeutet der Schnee vor allem Chaos. Für Touristen, die zufällig in der Region unterwegs sind, ist es ein Geschenk, Italien von einer Seite zu sehen, die nur wenige kennen. Siena unter Schnee, die Piazza del Campo weiß bestäubt, das sind Motive für postkartenreife Fotos.
Doch hinter der Postkartenidylle steckt ein ernstes Problem: Mittelitalien ist auf solche Wetterlagen kaum vorbereitet. Schneepflüge gibt es zu wenige, Winterreifen sind nicht überall Pflicht, und viele Straßen sind nicht für Schnee und Eis ausgelegt. Was in den Alpen Routine ist, wird hier schnell zum Ausnahmezustand.




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