Eugenio Fumagalli wollte zwei Frauen aus Wrack befreien – VIDEO

Schrecklich: Taxifahrer bezahlt Hilfsbereitschaft mit dem Leben

Montag, 14. Januar 2019 | 08:26 Uhr

Cesano Maderno – Ein Taxifahrer, der 47-jährige Eugenio Fumagalli, bezahlte in der Nacht vom Samstag auf dem Sonntag seine Hilfsbereitschaft mit seinem Leben. Nachdem es zu einem ersten Unfall zwischen einem Audi – der Fahrer des Audi hatte Fahrerflucht begangen – und einem Fiat gekommen war, hatte der Taxifahrer angehalten, um zwei junge Frauen aus dem vollkommen zerstörten Wrack des Fiat zu befreien. Im selben Moment wurde er aber von zwei von hinten kommenden Fahrzeugen angefahren und getötet.

Schauplatz der Tragödie war der die Schnellstraße Milano-Meda, die Mailand mit Como verbindet, kurz nach der Ausfahrt Cesano Maderno in Richtung Como. Gegen 3.30 Uhr am frühen Sonntagmorgen stießen zuerst ein Audi und ein Kleinwagen der Marke Fiat 600 zusammen. Obwohl sich der Fiat 600 überschlagen hatte und sein eigenes Fahrzeug beim Unfall selbst schwer beschädigt worden war, ergriff der Fahrer des Audi, ohne sich um die verletzten Insassen des Fiat zu kümmern, die Flucht. Wenige Momente später traf ein Taxi am Unfallort ein. Der Fahrer, der 47-jährige Eugenio Fumagalli hielt sein Fahrzeug am Straßenrand an und stieg aus, um zwei junge Frauen, eine 21-Jährige und eine 19-Jährige, aus dem Wrack des Kleinwagens zu befreien. Um sich in der finsteren Nacht für die anderen Verkehrsteilnehmer kenntlich zu machen, hatte sich der 47-jährige Taxifahrer auch eine Warnweste angezogen.

ANSA/ DANIELE BENNATI

Dies nützte ihm aber nichts. Zwei von hinten mit hoher Geschwindigkeit auf die Unfallstelle zurasende Lenker eines Renault Clio und eines Volkswagen Passat konnten den Zusammenprall mit dem verunfallten Fiat 600 und dem Taxifahrer nicht mehr vermeiden. Der vermutlich von beiden Pkw angefahrene 47-Jährige wurde infolge des Aufpralls Dutzende Meter in die Luft geschleudert und auf der Stelle getötet.

Wenige Minuten später trafen die Rettungskräfte, die Feuerwehr sowie Streifen der Straßenpolizei am Unfallort ein. Die Verletzten aus dem Fiat 600 sowie der 47-jährige Fahrer des Clio, wurden erstversorgt und in das Krankenhaus gebracht. Der 22-jährige Lenker des Passat hingegen blieb unverletzt.

Die Straßenpolizei nahm umgehend die Suche nach dem fahrerflüchtigen Lenker des Audi auf. Wenige Stunden nach dem Unfall – gegen 9.00 Uhr am frühen Sonntagmorgen – gelang es den Beamten, den 26-jährigen Fahrer des Audi in Gewahrsam zu nehmen. Der 26-Jährige hatte seinen zerstörten Audi auf der Straße zurückgelassen und war, als ob nie etwas gewesen wäre, einfach nach Hause gegangen. Den Polizisten gegenüber gab er an, dass er Angst gehabt hätte.

Die Beamten der Straßenpolizei unterzogen den Lenker des Audi einem Alkoholtest und geleiteten ihn zuerst zu einem Lokalaugenschein zum Unfallort und dann für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus. Gegen den 26-Jährigen sowie gegen die beiden anderen Unfallfahrer wird nun ermittelt.

Von: ka

Kommentare

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6 Kommentare auf "Schrecklich: Taxifahrer bezahlt Hilfsbereitschaft mit dem Leben"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
9 Tage 6 h

Unfallstelle irgendwie absichern ist wichtiger als die Personenrettung!

peterle
peterle
Superredner
9 Tage 2 h

Wie willst du so eine Stelle absichern? Warndreieck würde bei den nächtlichen Geschwindikeiten missachtet bzw. ignorriert.
Alle Beteiligten ausser den beiden Frauen mit dem art. omnicidio stradale verurteilen und in den Medien damit die Strassencoboys zum nachdenken bringen.

Seidentatz
Seidentatz
Grünschnabel
9 Tage 2 h

@Dagobert, stimmt. Das erste was man auf jeden Sicherheits, oder Feuerwehrkurs lernt. Die Unfallstelle absichern, um zu verhindern dass es noch mehr Opfer gibt und den Notruf absetzen. Dann Retten, Bergen, Löschen. Der Taxifahrer wird aber nach bestem Ermessen gehandelt haben. Vielleicht ist er aber auch genau beim Absichern überfahren worden. Bezahlt hat er von mir aus eher mit dem Leben, nicht mit dem Tod.

urban
urban
Tratscher
9 Tage 9 h

lebenslang hinter Gitter.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
9 Tage 6 h

kriminelles Straßenland Italien

nala
nala
Tratscher
9 Tage 4 h

Sehr traurig .. mein beileid..

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