Von: mk
Riva del Garda – Die Finanzpolizei vom Trient ist einer Gesellschaft im Bereich der Maschinenreparatur und -wartung im Norden vom Gardasee auf die Schliche gekommen, die 127 Arbeitnehmer irregulär beschäftigt hat. Zudem wurden Steuereinbehalte und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von über einer Million Euro nicht abgeführt. Dem Unternehmen werden außerdem weitere Verstöße bei der Einkommensteuer von über 1,8 Millionen Euro sowie bei der Mehrwertsteuer in Höhe von 600.000 Euro vorgeworfen.
Nach intensiven Datenanalysen im Februar dieses Jahres leitete die Finanzpolizei eine umfassende Steuerprüfung in die Wege. Der Betrieb verfügt über unzählige Geschäftsbeziehungen zu Firmen im Bereich mechanischer und technischer Anlagen sowie der Papierherstellung im gesamten Staatsgebiet.
Im Rahmen der Steuerprüfung stießen die Ermittler rasch auf ein paar merkwürdige Details: Als offizielle Geschäftsführerin der Firma war allein eine Frau ausländischer Herkunft eingetragen. Bei den Verhören stellte sich jedoch heraus: Die Frau hatte nicht den geringsten Einblick in die Bilanzen oder das operative Geschäft. Die Fäden im Hintergrund zog in Wahrheit ihr Ehemann.
Sie hatte lediglich für das Jahr 2023 ein Honorar bezogen, das allerdings nur in der Buchhaltung aufschien, aber nie ausgezahlt wurde. Es wurde vermutlich dafür genutzt, um gegenüber einer Bank die Vergabe eines Kredits für den Kauf einer Immobilie durch die Gesellschaft zu rechtfertigen.
Dank der Zusammenarbeit mit den Prüfern des nationalen Fürsorgeinstituts INPS in Trient hat die Finanzpolizei außerdem ein komplexes System zur Hinterziehung von Sozialabgaben aufgedeckt. Ein erheblicher Teil des regulären Arbeitslohns wurde auf den monatlichen Lohnzetteln als steuerfreie Spesenrückerstattung deklariert.
Der Betrieb konnte allerdings keinerlei Belege oder Quittungen für die angeblichen Spesen vorweisen. Außerdem gaben die befragten Arbeiter übereinstimmend zu Protokoll, nie Geld im Namen der Firma ausgelegt oder monatliche Spesenabrechnungen eingereicht zu haben. Dadurch sparte sich das Unternehmen die Abführung der gesetzlichen Lohnsteuern und Sozialbeiträge. Allein durch diesen Trick entstand ein Schaden von über einer Million Euro – inklusive Strafen und Zinsen.
Doch damit nicht genug: In der Steuererklärung des Unternehmens prangte in der Zeile für die Gesamteinnahmen eine glatte Null – eine dreiste Lüge, wie die Finanzbeamten anhand von Verträgen und Kontobewegungen nachwiesen. Tatsächlich hatte die Firma im Prüfungszeitraum einen Umsatz von 1,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Hinzu kommt ein mutmaßlicher Mehrwertsteuerbetrug in Höhe von rund 600.000 Euro.




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