Stürmisches Wochenende in Süditalien

Sturzfluten in Kalabrien und Schnee auf Sizilien

Montag, 12. Januar 2026 | 09:17 Uhr

Von: idr

Scilla/Enna – Eine Kalt- und Unwetterfront hatte die Regionen Süditalien am Wochenende fest im Griff. Besonders hart erwischte es die gar nicht so sommerlichen Urlaubsregionen Sizilien und Kalabrien. Starke Winde peitschten das Tyrrhenische Meer auf, meterhohe Wellen brachen über Küstenstraßen herein. Auf Sizilien kam es vereinzelt sogar zu Schnee.

Ein Video in den sozialen Medien zeigt das Ausmaß der Naturgewalt: Zwei Autos versuchen, durch einen kleinen Tunnel in Scilla zu fahren. Plötzlich bricht eine meterhohe Welle an den Klippen und Wassermassen strömen auf die Fahrbahn. Beide Fahrer handeln spontan und drehen um, doch das vordere Fahrzeug wird kurz von den Wellen mitgetragen. Immer wieder versinken die Scheinwerfer in den Fluten.

Am Ende geht das Video glimpflich aus und beide Autos können den Rücktritt antreten, doch hätten sie sich bereits einige Meter weiter oben auf der Straße befunden, wo die Welle mit voller Wucht die Küste traf, hätte es einen schlimmeren Verlauf nehmen können.

Spur der Verwüstung in Süditalien

Die Stadtverwaltung von Scilla meldete schwere Schäden. Gehwege, Mauern und Brunnen wurden von den Fluten beschädigt, auf den Fahrbahnen fanden sich Trümmer. Einsatzteams arbeiten daran, die Sicherheit wiederherzustellen. An der Uferpromenade musste eine Person in letzter Sekunde in einem Geschäft Zuflucht suchen.

Scilla ist nicht der einzige betroffene Ort. Die Inseln Capri, Ischia und Procida waren wegen der stürmischen See vom Festland abgeschnitten. Die Fähren zu den Äolischen Inseln vor Sizilien wurden für mehrere Tage eingestellt. Auch Flugverbindungen mussten unterbrochen werden. Im Adria-Raum regnete es weiter, in höheren Lagen schneite es sogar.

Schnee auf unter 1.000 Meter auf Sizilien

Auch auf Sizilien kam es zum Teil zu heftigen Niederschlägen und starken Windböen. In der Kleinstadt Enna kam es währenddessen auf nur 931 Metern über dem Meeresspiegel sogar zu Schneefällen. Schnee ist zwar in dieser Höhe auch im Süden von Italien nicht ausgeschlossen, spricht jedoch für eine extreme Wetterlage.

Der schlimmste Teil dieser Wetterlage ist vorerst vorüber. Ein Hochdruckgebiet soll die Wetterlage in den nächsten Tagen stabilisieren. Noch windet es kräftig und die Temperaturen bleiben weiter niedrig, doch schwere Unwetter werden vorerst nicht erwartet.

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