Von: Martin Geier
Montichiari – Seit seiner spektakulären Sichtung vor mehr als zwei Wochen in den Gemeinden Montichiari und Calcinato südwestlich des Gardasees hält ein entlaufener Waran die Behörden der Provinz Brescia in der norditalienischen Region Lombardei in Atem. Die Echse flüchtet zwar vor den Menschen, deren Biss ist aber nicht ungefährlich, da er schwere Infektionen hervorrufen kann. Das Reptil wird in den landwirtschaftlichen Gebieten zwischen Montichiari, Calcinato und Lonato del Garda vermutet.
Zum Schutz der Bevölkerung haben die Bürgermeister von Montichiari und Calcinato eine „Rote Zone“ von rund 300.000 Quadratmetern eingerichtet, die für Passanten und Radfahrer gesperrt ist. Carabinieri der Forstabteilung, Beamte der Provinzpolizei von Brescia und der Lokalpolizei durchkämmen das betroffene Areal mit Wärmebildkameras, Nachtsichtgeräten und Drohnen. Sogar eine spezielle Käfigfalle mit Köder wurde aufgestellt.

Trotz intensiver Suche fehlt von dem exotischen Reptil, das am 17. Juli 2026 ursprünglich von einem landwirtschaftlichen Arbeiter in der ländlichen Umgebung von Montichiari gesichtet und fotografiert wurde, weiterhin jede Spur. Unterdessen avancierte der Waran in der Provinz Brescia zum Social-Media-Star: Hunderte Memes, KI-Fotos und -Videos fluten die lokalen sozialen Netzwerke. Mittlerweile werben bereits Betriebe mit ihm. „Er ist einer von uns!”, sagen viele Brescianer.

Als ein indischer Landarbeiter am 17. Juli 2026 seinem Bauern berichtete, dass er bei Bewässerungsarbeiten in einem Maisfeld in der ländlichen Umgebung von Montichiari einen Waran gesehen habe, glaubte dieser ihm zunächst nicht. Kurze Zeit später kam es jedoch zu einer erneuten Sichtung und dem Inder gelang es, ein Foto vom Reptil zu schießen.
Die Untersuchung des Fotos, seine Geolokalisierung sowie weitere Sichtungen bestätigten, dass es sich weder um einen schlechten Scherz noch um einen Fake handelte, sondern dass sich in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten zwischen Montichiari, Calcinato und Lonato del Garda tatsächlich ein Waran herumtrieb. Bei dem rund eineinhalb Meter langen und etwa 15 Kilogramm schweren Reptil soll es sich laut hinzugezogenen Reptilienexperten und Tierärzten um einen Bindenwaran (Varanus salvator) handeln. Seitdem wird nach dem exotischen Reptil gesucht, das entweder entlaufen ist oder – wahrscheinlicher – von seinem ursprünglichen Halter ausgesetzt wurde.

Auf Anraten der Tierärzte und Experten für exotische Reptilien richteten zunächst der Bürgermeister von Montichiari, Marco Togni, und einige Tage später auch die Gemeindeverwaltung von Calcinato eine „Rote Zone“ von rund 300.000 Quadratmetern ein. Es wurde eine offizielle Verordnung erlassen, die Passanten und Radfahrern das Betreten der Feld- und Uferwege in der Grenzregion beider Gemeinden strikt untersagt. Den Bauern wird geraten, beim Bearbeiten ihrer Felder in der Kabine ihrer Traktoren zu bleiben und diese nur für äußerst notwendige Arbeiten zu verlassen.
Die einschneidende Verordnung gilt als notwendig, denn ein Zusammentreffen mit der in Südostasien beheimateten, großen Echse kann durchaus gefährlich sein. Zwar flüchtet das Reptil vor Menschen und greift nur gezielt an, wenn es in die Enge getrieben wird, jedoch kann es bei Bedrohung extrem schmerzhaft zubeißen und tiefe Bisswunden verursachen. Zudem besitzen Bindenwarane Giftdrüsen im Unterkiefer. Ihr Gift ist für den Menschen zwar nicht tödlich, wirkt aber gerinnungshemmend, sodass die Bisswunde stark und langanhaltend blutet. Da sich im Maul des Warans, der sich auch von Aas ernährt, zahlreiche aggressive Bakterienstämme befinden, führt sein Biss ohne schnelle Desinfektion und medizinische Behandlung fast immer zu einer schweren Blutvergiftung. Die Behörden warnen Schaulustige daher davor, eigenmächtig auf „Echsen-Safari“ zu gehen. Panik ist jedoch fehl am Platz, denn das scheue Reptil vermeidet jeden menschlichen Kontakt. Sichtungen sollten sofort den Behörden und den Rettungskräften gemeldet werden.
Carabinieri der Forstabteilung, Beamte der Provinzpolizei von Brescia und der Lokalpolizei durchkämmen das betroffene Gebiet mit Wärmebildkameras, Nachtsichtgeräten und Drohnen. Sogar eine spezielle Käfigfalle mit einem toten Huhn als Köder wurde aufgestellt. Trotz intensiver nächtlicher Patrouillen fehlt von dem exotischen Reptil weiterhin jede Spur.
Ende Juli verdichteten sich die Gerüchte in der Bevölkerung, das Tier sei bereits verendet oder getötet worden. Bürgermeister Marco Togni rief dazu auf, den Kadaver – falls vorhanden – auch anonym zu melden, damit die kostspielige Suchaktion beendet werden kann.

Da diese Gerüchte bisher nicht bestätigt wurden, wird davon ausgegangen, dass der Waran noch lebt. Die Tatsache, dass das wechselwarme und tagaktive Tier nur in den Morgen- und Abendstunden von Wärmebildkameras erfasst werden kann, sowie die Weitläufigkeit des dicht bewachsenen und von Gräben und Wasserläufen durchzogenen Suchgebiets begünstigen seine Flucht.
Die Behörden hoffen dennoch, die Suchaktion erfolgreich zu beenden und das durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) geschützte Reptil, dessen Haltung in Italien verboten ist, einem Zoo übergeben zu können.

Unterdessen ist der Waran in der Provinz Brescia zum Social-Media-Star avanciert: Hunderte Memes, KI-Fotos und -Videos, die ihn beim Trinken eines „Pirlo”, eines in Brescia beliebten Aperitifs, als DJ, beim Fahren eines Ferraris oder beim Backen einer Pizza zeigen, fluten die lokalen sozialen Netzwerke. Mittlerweile werben bereits Betriebe mit ihm. „Er ist einer von uns!”, sagen viele Brescianer.










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