Von: mk
Bologna – Die Staatsanwalt von Forlí hat eine Untersuchung aufgrund eines mutmaßlichen Todesengels in die Wege geleitet, dem der Mord an mindestens fünf Senioren vorgeworfen wird. Bei dem Verdächtigten handelt es sich um den 27-jährigen Luca Spada aus Meldola in der Emilia-Romagna, der als Fahrer beim Roten Kreuz tätig ist. Die Carabinieri haben den Mann aufgrund eines Vollstreckungsbefehls verhaftet.
Das letzte mutmaßliche Opfer – eine 85-jährige Frau – war am 25. November bei einem Transport im Rettungswagen ums Leben gekommen. Als Todesursache wurde eine Embolie festgestellt, die von einer Injektion verursacht worden sein soll. Im Anschluss kamen die Ermittlungen ins Rollen. Die Staatsanwaltschaft will weitere Details bei einer Pressekonferenz bekannt geben.
Dem 27-Jährigen wird vorsätzliche Tötung vorgeworfen, wobei die Verwendung schädlicher Substanzen als Erschwernisgrund gilt. Besonders schockierend: Der mutmaßliche Todesengel soll im Krankenwagen zugeschlagen haben – ausgerechnet in dem Moment, in dem Betroffene und Angehörige glauben, dass Rettung naht.
Die Ermittlungen starteten am Ende des vergangenen Jahres, nachdem es vermehrt zu Meldungen von Kollegen des 27-Jährigen gekommen war. Doch der Fall ist erst im März bekannt geworden. Den Bescheid, dass gegen ihn ermittelt wird, erhielt der Fahrer bereits im November. Der Mann war vom Dienst suspendiert worden.
In den Fokus der Ermittler waren fünf verdächtige Todesfälle zwischen Februar und November 2025 geraten. Betroffen waren jeweils Senioren, die an chronischen Erkrankungen litten und bei dem Transport in ein Krankenhaus bzw. in ein Pflegeheim oder kurz danach ums Leben gekommen waren. In allen Fällen war Spada an Bord des Fahrzeuges. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Zahl der möglichen Opfer weiter steigt.
Im Fall der verstorbenen 85-Jährigen war eine Autopsie angeordnet worden. Das Ergebnis könnte den Ermittlern die nötigen Antworten geliefert haben, worauf der Untersuchungsrichter den Vollstreckungsbefehl erließ. Die Spurensicherer vom RIS aus Parma haben mehrere Gegenstände beschlagnahmt, die sich im Besitz des 27-Jährigen befanden: Spritzen, Nadeln, Katheter, Skalpelle und Wattestäbchen wurden auf biologische Spuren und auf Rückstände von Substanzen analysiert.
Der Überstellung in Untersuchungshaft wurde deshalb stattgegeben, weil eine mögliche Gefahr für die Allgemeinheit und der Verunreinigung von Beweismitteln befürchtet wird. Berichten zufolge schließen die Ermittler eine Verbindung zwischen Spada und einem Bestattungsunternehmen aus Meldola nicht aus. Der Verdacht ist in den vergangenen Wochen bekannt geworden. Obwohl die Carabinieri dem Unternehmen am Freitag einen Besuch abgestattet haben, wahren die Ermittler über diesen Aspekt derzeit noch größtes Stillschweigen. Wie eine Mitarbeiterin des Bestattungsunternehmens erklärte, gebe es keine offizielle Stellungnahme. Man habe mit der Sache nichts zu tun und blicke den Ermittlungen gelassen entgegen, erklärte sie Medienberichten zufolge.




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