Von: importer
Die Dürre in Italien hält an und belastet vor allem den Po, den längsten Fluss Italiens. Die zuständige Wasserbehörde bestätigte am Donnerstag für den 652 Kilometer langen Fluss die höchste Warnstufe wegen der anhaltenden Trockenheit. Ausbleibende Niederschläge und die seit Wochen anhaltende Hitze setzten dem Flusssystem und den großen norditalienischen Seen zunehmend zu.
“Die anhaltend hohen Temperaturen zehren die letzten Wasserreserven auf – vor allem die der großen Voralpenseen. Der Notstand hält an, und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht”, erklärte Alessandro Delpiano, Chef der Beckenbehörde. Zwar werden in den kommenden Tagen kräftige Gewitter und etwas niedrigere Temperaturen erwartet. Nach Einschätzung des ständigen Wasserobservatoriums für das Po-Einzugsgebiet dürften diese jedoch keine nachhaltige Entspannung bringen. Die Abflussmengen des Po könnten zwar leicht ansteigen, ein spürbarer und dauerhafter Zuwachs der verfügbaren Wasserreserven sei jedoch nicht zu erwarten.
Große Seen Norditaliens unter Druck
Die Wasserführung des Flusses liegt weiterhin deutlich unter den für die Jahreszeit typischen Niedrigwasserwerten. Auch die großen Seen Norditaliens verzeichneten seit Mitte Juni einen kontinuierlichen Rückgang ihrer Wasserstände.
Besonders kritisch ist die Lage am Lago Maggiore, wo Wasserstand und Abfluss nach Angaben der Behörde nahe an historischen Tiefstwerten liegen. Dies bereitet vor allem den Reisanbaugebieten um den Städten Vercelli und Novara erhebliche Probleme. Auch der Comer See und der Iseosee weisen kritische Pegelstände auf. Für den Iseosee sprechen die Experten bereits von “extremer Dürre”. Der Gardasee liegt dagegen insgesamt noch im Normalbereich, auch wenn Wasserstand und Abfluss dort ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.
Delpiano warnte vor den Folgen des Klimawandels. Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen drohten Norditalien in den kommenden Jahren noch schwerwiegendere Auswirkungen auf Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung. “Ohne Wasser und ohne Nahrung kann es kein Leben geben”, sagte er.
Wegen der vierten Hitzewelle des Sommers hat Italien für Donnerstag für alle 27 Großstädte des Landes die höchste Warnstufe ausgerufen. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, gilt die Alarmstufe Rot. Diese signalisiert einen potenziellen Gesundheitsnotstand und ein ernstes Risiko für die gesamte Bevölkerung. Aus dem Ministerium hieß es, dies sei das erste Mal in diesem Jahr, dass für alle 27 Städte die höchste Alarmstufe gelte.
Die Temperaturen sind in einigen Regionen Italiens auf bis zu 40 Grad Celsius geklettert. Meteorologen erwarten vor dem Wochenende keine Abkühlung. Verursacht wird die Hitzewelle unter anderem durch ein Hochdruckgebiet aus Nordafrika, das sich über dem Mittelmeer verstärkt und über weite Teile Europas ausgedehnt hat.




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