Wirtschaftsverband fordert Wohnungsbauplan

Wohnkosten in Italien fressen Gehälter auf

Sonntag, 31. August 2025 | 10:06 Uhr

Von: lup

Eine jüngst vom italienischen Handwerksverband CNA durchgeführte Studie verdeutlicht einmal mehr das Problem der Mietpreise in Italien. Durchschnittlich 43,7 Prozent des Nettogehalts eines Angestellten fließen demnach in die Miete einer Wohnung. In Mailand verschlingen die Wohnkosten sogar ganze 65 Prozent des Einkommens.

Auch in Südtirol sind die Mietkosten überdurchschnittlich hoch. Die Monatsmiete einer Kleinstwohnung in Bozen liegt laut besagter Studie bei 631 Euro und entspricht damit 32,8 Prozent des Nettogehalts von Arbeitern. Gerade dieser Umstand bremse zwangsläufig die Mobilität von Arbeitnehmern und treibe junge Menschen ins Ausland. Dies gefährde die Zukunft Südtiroler Unternehmen, warnt Cristiano Cantisani, Präsident des CNA Südtirol.

Ein Wohnungsbauprogramm zur Dämpfung der Mietpreise sei daher unerlässlich, da der Mangel an Wohnraum zu Engpässen beim Personal führe. Südtiroler Betriebe stünden aktuell vor dem Risiko, von Mitbewerbern aus Regionen mit niedrigeren Fixkosten verdrängt zu werden. Zudem zeigt die Studie, dass Südtirol im Vergleich zu allen anderen Provinzen am stärksten vom Personalmangel betroffen ist – nicht zuletzt, weil die hohen Mieten die Personalsuche erschweren. Nur für 7,4 Prozent der offenen Stellen gibt es geeignete Arbeitssuchende.

Kommentare

Aktuell sind 13 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen