Er löste einen staatsweiten Streik aus

Zugführer täuscht vor, Opfer eines Messerangriffs zu sein

Freitag, 28. Juli 2017 | 11:56 Uhr

Mailand/Piacenza – Einem italienischen Zugführer droht die Entlassung und eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 300.000 Euro. Der Grund: Der Mann soll den Messerangriff eines „Migranten“ auf seine eigene Person inszeniert haben.

Der Zugführer rechtfertigte sein Verhalten damit, indem er erklärte, dass es am Tag zuvor zu einem Streit mit einem Migranten im Zug gekommen sei. Doch auch diese Aussage gilt nicht als gesichert.

Davide Feltri hatte behauptet, auf einem Zug, der zwischen Piacenza und Mailand verkehrt, attackiert worden zu sein. In Wahrheit hat er sich die Schnittwunde an der Hand auf der Toilette im Zug selbst beigebracht – mit einer Klinge, die er von zu Hause mitgenommen hatte. Der Schuldige konnte deshalb niemals ausfindig gemacht werden, weil er einfach nicht existierte.

Feststeht, dass sich der Weg des Mannes durch die Waggons in der Nähe der Station bei Santo Stefano mit keiner anderen Person gekreuzt hat.

Die Summe des Schadensersatzes ergibt sich zu einem, weil ein öffentlicher Dienst unterbrochen wurde. Zum anderen folgte am 24. Juli ein vierstündiger Streik, zu dem die Gewerkschaften aufgrund des vermeintlichen Vorfalls aufgerufen hatten, um für mehr Sicherheit für die Bahnangestellten in den Zügen zu protestieren.

Die Gewerkschaften verurteilen nun zwar die Inszenierung. Die Forderung nach mehr Sicherheit bleibt aber dennoch aufrecht. Auch die Gewerkschaft, bei der Feltri Mitglied ist, stellt sich die Frage, was einen Zugführer dazu veranlasst, bewaffnet das Haus zu verlassen. Am 22. Juli sei etwa ein Kontrolleur auf der Strecke zwischen Pavia und Mortara von einer zehnköpfigen Gruppe umzingelt und herumgeschubst worden.

Einerseits wurde Feltri von den Bildern von Überwachungskameras überführt, andererseits hat er die Tat selbst gestanden. Der Mann muss sich nun wegen Falschanzeige, Vortäuschung eines Vergehens und vermutlich auch wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes verantworten.

Gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärte Feltri, aus Verzweiflung gehandelt zu haben.

Von: mk

Kommentare

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11 Kommentare auf "Zugführer täuscht vor, Opfer eines Messerangriffs zu sein"


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Paul
Paul
Tratscher
22 Tage 16 h

das ändert weng an der Realität wie sie inzwischen in allen öffentlichen Verkehrsmittel.geworden ist

elvira
elvira
Tratscher
22 Tage 14 h

trotzdem helfen sette liagngschichtn niamend, weil wenn o eppes wirklich mol passiert glabs niamend mear

unter
unter
Tratscher
22 Tage 12 h

Als der Artikel mit der “Falschmeldung” online war, war hier im Forum ganz anders was los…

Lana77
Lana77
Tratscher
22 Tage 8 h

Stimmt. Des hot sich iats als Folschmeldung aussergstellt. Ober leider gibs selche Übergriffe wirklich, und sell togtäglich. Wenn heintzutog die Lait sogor schun die Polizei ungreifn, welchn Respekt hobnse nor epper vor an Schoffner? Es traurige isch jo dass einige Lait wirkluch der Meinung sein sie hobn es Recht schworz zu fohrn.

unter
unter
Tratscher
20 Tage 17 h

@Lana77 Mir ist schon klar, dass die gewalttätigen Personen ordentlich bestraft werden sollen. Da bin ich vollkommen dafür. Was ich damit sagen wollte ist, dass alle Migranten wieder zusammen in einen Topf geworfen wurden, obwohl in diesem Fall gar keine Person, außer das “Opfer” selbst, was verbrochen hat. 

ThunderAndr
ThunderAndr
Universalgelehrter
22 Tage 15 h

ohne Worte….

Staenkerer
22 Tage 7 h

ba den wissn se nit wie hoach strofn, obwohl de täuschung nit in ordnung isch, de randalierer in de züge u. jene de wirklich schoffner ungien kriegn lei a akte!
i möcht nit wissn wieoft, wieviele minutn, na zommgetechnt sicher stunden, it. weit täglich de züge umsunst stien weil de polizei wieder amoll so an “gratisfohrgost mit norrnfreiheit” “entschärfn müßn?

Schneewittchen
Schneewittchen
Tratscher
21 Tage 21 h

Soweit geats schun…obba a wenns et richtig isch, ba der Gesetzesloge konn man lei aso aufmerksam mochen…da Ungreifer, gibs ihn donn wirklich wert e lei af frein Fuas u gezoag..wenns et zun Schlimmstn kimp

Oma
Oma
Grünschnabel
21 Tage 20 h

wenn des asou wor dann ab zu straßenfegen da kann er dann geschichten erfinden….

witschi
witschi
Universalgelehrter
21 Tage 19 h

muss man das heutzutage erfinden? ein bisschen geduld oder einfach nur mal einen kontrollieren und schon kann es wirklich passieren

Tabernakel
21 Tage 13 h

Wegsperren den Typen!

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