Von: mk
Laas – Seit 120 Jahren verbindet die Vinschger Bahn Menschen, Orte und Generationen. Was 1906 mit der ersten Fahrt zwischen Meran und Mals begann, ist heute ein weit über die Landesgrenzen hinaus beachtetes Erfolgsprojekt und das Herzstück der nachhaltigen Mobilität in Südtirol. Dieses besondere Jubiläum wurde am 18. Juli mit einem Festakt am Bahnhof Laas und entlang der gesamten Vinschger Bahnstrecke gefeiert.
Am 1. Juli 1906 wurde die Vinschger Bahnlinie feierlich eröffnet, am 2. Juli fuhr dann der erste Zug von Meran bis Mals. Anlässlich der Jubiläumsfeier fanden sich Landeshauptmann Arno Kompatscher, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, die Laaser Bürgermeisterin Verena Tröger, der ehemalige Landesrat Richard Theiner und der Laaser Historiker Wolfgang Platter am Bahnhof Laas ein.
Bürgermeisterin Tröger unterstrich die Bedeutung der Bahn für die lokale Bevölkerung und für die Gemeinden des gesamten Vinschgaus. „Wir Vinschgerinnen und Vinschger sind stolz auf unseren Vinschgerzug und sind froh, dass die Elektrifizierung bald abgeschlossen ist und der Zug bis Bozen durchfährt und vielleicht auch bis nach Innsbruck”, sagte Tröger.
Landeshauptmann Arno Kompatscher blickte auf die wechselvolle Geschichte der Vinschger Bahn zurück: “Zuerst verzeichnete die Bahn große Erfolge, dann wurde sie durch das Auto ersetzt und zum Glück, dank der Initiative vieler, wiederbelebt. Wir schreiben jetzt diese Erfolgsgeschichte weiter mit der Elektrifizierung und hoffentlich nicht allzu fern in der Zukunft mit der Anbindung an die Schweiz.” Das sei bereits ursprünglich geplant gewesen und damit werde sich ein Kreis schließen.
Die Geschichte der Bahn
Der Laaser Historiker Wolfgang Platter nahm die Festgäste mit auf eine Reise durch 120 Jahre Vinschger Bahngeschichte. „Bereits Ende des 19. Jahrhunderts setzten sich Gemeinden aus dem gesamten Vinschgau gemeinsam für eine Bahnverbindung ein. Sie sollte die wirtschaftliche Entwicklung fördern, Menschen und Märkte verbinden und dem Tal neue Perspektiven eröffnen. Nach langen politischen Verhandlungen wurde diese Vision 1906 schließlich Wirklichkeit.”
Am 2. Juli 1906 fuhr die erste Bahn von Meran nach Mals, bei der Eröffnungsfeier war selbst Erzherzog Eugen als Vertreter des Kaisers Franz Josef I. anwesend. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen die italienischen Staatsbahnen die Vinschger Bahnstrecke, die 1987 als sogenannter „dürrer Ast“ geschlossen wurde. „Erst 2005, nachdem das Land Südtirol die Bahnstrecke übernommen hatte und die gesamte Struktur aufwändig saniert hatte, fuhr wieder eine Bahn durch das Tal“, erinnert Platter. Damit habe eine regionale Erfolgsgeschichte mit bald zwei Millionen Fahrgästen pro Jahr begonnen.
Wesentlicher Baustein des öffentlichen Nahverkehrs
“Wir wollen den gesamten Westen besser vernetzen. Die Bahn bildet dabei das Rückgrat einer modernen und nachhaltigen Mobilität in Südtirol”, betonte Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.
Die Laaser Gruppe Oberwind begleitete den Festakt musikalisch, für das leibliche Wohl der Gäste sorgte die Freiwillige Feuerwehr Laas.
Buntes Rahmenprogramm entlang der Bahnstecke
Das 120-Jahr-Jubiläum wurde außerdem entlang der gesamten Vinschger Bahnlinie gefeiert. So öffneten das Eisenbahnmuseum Rabland und der Erlebnisbahnhof Staben ihre Türen für kleine und größere Besucher und am Meraner Bahnhof konnte der neue Elektrozug Coradia Stream innen und außen besichtigt werden. In Schlanders stellte der Modelleisenbahnclub detailgetreue Modelle von Fahrzeugen aus, die seit der Eröffnung der Vinschger Bahn auf der Strecke unterwegs waren, und in Mals wurde ein buntes Spieleprogramm für kleine Besucherinnen und Besucher geboten.




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