Von: mk
Bozen/Ahrntal – Die Süd-Tiroler Freiheit schlägt Alarm: Gehen im Ahrntal die deutschsprachigen Ärzte aus?
Gesundheitslandesrat Hubert Messner hat auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Bernhard Zimmerhofer erklärt: “Es gibt keine deutschsprachigen Anwärter zur Nachbesetzung der vakanten Stellen für Hausärzte im Ahrntal. Derzeit haben nur italienischsprachige Kandidaten Interesse für die Stelle bekundet. Die Aufträge sind bereits vergeben worden mit Wirksamkeit 1.10.2025”. Laut Messner stelle der Nachweis der Kenntnis der deutschen und italienischen Sprache bei befristeten Aufträgen keine Zugangsvoraussetzung dar.
„Dass es im fast zu 100 deutschsprachigen Ahrntal keine Ärzte mehr gibt, die der deutschen Sprache mächtig sind, ist ein Skandal und eine Bankrotterklärung für diese Landesregierung. Gerade unsere älteren Generationen, die dieses Land unter schwierigsten Bedingungen aufgebaut haben, werden regelrecht im Stich gelassen und manch einer will gar nicht mehr zum Arzt gehen!“, wettert Zimmerhofer. Bei einem üppigen Landeshaushalt von fast neun Milliarden Euro müsse es möglich sein, deutschsprachige Ärzte im Land zu halten oder neu anzuwerben.
“Die Durchsetzung des Rechts auf Gebrauch der Muttersprache ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, insbesondere im Gesundheitswesen”, betont der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer.
Laut geltendem Betreuungsschlüssel wäre in den fünf Gemeinden des Ahrntals eine Versorgung mit zwölf Hausärzten vorgesehen. Davon sind aber nur sechs Stellen besetzt und nur eine davon mit unbefristetem Vertrag.
„Es nützt nichts, wenn der Präsident der Bezirksgemeinschaft Pustertal feststellt, dass das Problem des Hausärztemangels auch in anderen Landesteilen vorhanden ist. Es braucht massiven politischen Druck, um der Landesregierung klarzumachen, wo die Prioritäten zu setzen sind. Wenn beispielsweise für Olympia ohne Probleme 171 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zu finden waren, dann ist es doch recht und billig, dass für ein weit wichtigeres Thema wie die Hausärzte die notwendigen Mittel bereitgestellt werden“, so Zimmerhofer.
Das Problem der Abwanderung von jungen Fachkräften – Zimmerhofer spricht von einer Netto Abwanderung 800 pro Jahr, also von „rund einem Dorf jährlich“ – liege insbesondere auch an den Gehältern. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberater “Mercer Italia” habe ergeben, dass das durchschnittliche Brutto-Einstiegsgehalt eines Hochschulabsolventen in Italien bei 32.000 Euro pro Jahr liegt, in Österreich bei 57.000, in Deutschland bei 57.500 und in der Schweiz sogar bei 90.000 Euro. Erschwerend hinzu kämen die hohen Lebenshaltungskosten in Südtirol, erklärt die Bewegung.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen