Team K kündigt Initiative an

3.700 Seniorinnen ohne Rente

Donnerstag, 02. Juli 2026 | 15:09 Uhr

Von: luk

Bozen – Rund 3.700 Frauen über 67 Jahren verfügen in Südtirol über keine Rente. Diese veröffentlichten Zahlen stammen aus einer Erhebung des ASTAT, die auf eine Initiative der Team K-Landtagsabgeordneten Maria Elisabeth Rieder zurückgeht.

Für sie sind die nun vorliegenden Daten eine wichtige Grundlage für weitere politische Schritte. Auf Basis dieser Erhebung wird sie einen Vorschlag in den Landtag bringen, mit dem die finanzielle Absicherung jener Frauen verbessert werden soll, die aufgrund jahrzehntelanger Sorge- und Pflegearbeit keine Altersversorgung aufbauen konnten.

„Diese Zahlen überraschen mich leider nicht. Sie bestätigen vielmehr, worauf ich bereits mehrfach hingewiesen habe: Viele Seniorinnen haben ihr Leben lang Sorge- und Pflegearbeit geleistet und stehen heute ohne eigene Rente und damit ohne Altersabsicherung da. Genau deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass diese Zahlen erhoben werden. Jetzt haben wir erstmals eine fundierte Datengrundlage – und daraus müssen politische Konsequenzen folgen“, für die Team K-Abgeordnete stehen hinter den Zahlen tausende Lebensgeschichten, „diese Frauen haben oft jahrzehntelang Verantwortung für ihre Familien übernommen. Sie haben gearbeitet – nur eben unbezahlt. Vieles davon war damals einfach selbstverständlich.”

“Gerade Frauen dieser Generation hatten meistens keine echte Wahl. Kinderbetreuung war kaum vorhanden, Teilzeitarbeit noch wenig verbreitet und auch Pflegeeinrichtungen gab es längst nicht in dem Ausmaß wie heute. Wer Kinder aufzog oder sich um pflegebedürftige Eltern oder Schwiegereltern kümmerte, blieb häufig über viele Jahre zu Hause und konnte dadurch keine oder nur geringe eigene Pensionsansprüche aufbauen. Ohne diese unbezahlte Sorge- und Pflegearbeit dieser Frauen hätte unser Sozial- und Pflegesystem über Jahrzehnte gar nicht funktioniert. Diese Frauen haben Leistungen erbracht, von denen die gesamte Gesellschaft profitiert hat. Dass viele von ihnen heute finanziell schlechter abgesichert sind, ist deshalb nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung, die wir nun auch übernehmen müssen”, betont Maria Elisabeth Rieder.

Zwar zeige die Erhebung auch, dass rund 2.600 der betroffenen Frauen in einem Haushalt mit einem Jahreseinkommen von über 13.000 Euro leben, meist gemeinsam mit ihrem Ehepartner. Für Maria Elisabeth Rieder greift diese Betrachtung jedoch zu kurz: “Es geht nicht nur um das Einkommen eines Haushalts, sondern auch um die finanzielle Eigenständigkeit von Frauen. Wer über kein eigenes Einkommen verfügt, ist immer in einer stärkeren Abhängigkeit und trägt ein höheres Risiko, im Alter in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten – etwa bei Trennung oder Tod des Partners.” “Seit Jahren setzt sich die Team K Abgeordnete für eine bessere soziale Absicherung von Frauen ein. Auch in ihren Sprechstunden wird dieses Thema immer wieder angesprochen. Viele Frauen erzählen mir, dass sie ihr ganzes Leben für andere da waren und heute dennoch kaum abgesichert sind. Das bewegt mich sehr. Diese Frauen haben einen wichtigen Beitrag geleistet, dafür verdienen sie nicht nur Anerkennung, sondern auch finanzielle Sicherheit.“

Die von der Landesregierung angeführten Möglichkeiten wie Zusatzrentenfonds oder Beiträge zur rentenrechtlichen Absicherung von Erziehungs- und Pflegezeiten seien wichtige Instrumente für die jüngeren Generationen. Für viele Frauen, die heute bereits im Pensionsalter sind, kämen diese Maßnahmen jedoch zu spät. Auf Grundlage der nun vorliegenden Zahlen wird Maria Elisabeth Rieder jetzt einen Beschlussantrag ausarbeiten. “Ziel ist es, insbesondere jene Seniorinnen besser zu unterstützen, die keine Altersabsicherung aufbauen konnten. Mit dieser Erhebung haben wir erstmals eine fundierte Datengrundlage. Jetzt darf es nicht dabei bleiben, die Zahlen zu veröffentlichen. Jetzt müssen wir konkrete Lösungen erarbeiten und Verantwortung übernehmen“, sagt Maria Elisabeth Rieder abschließend.

Bezirk: Bozen

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