"Alle Bürger und vor allem die Land-Gebiete profitieren"

477 EU-Projekte von 2014 bis 2020 in Südtirol abgeschlossen

Montag, 02. August 2021 | 17:01 Uhr

Bozen – Die Abteilung Europa des Landes Südtirol ist die strategische Stelle für die Verwaltung der EU-Gelder. Heute hat die Abteilung in Bozen ihre Arbeit den Medien präsentiert. Im Mittelpunkt standen die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds und die Berichterstattung darüber.

477 Vorhaben über Drittmittel von der EU in Südtirol verwirklicht

“Über die Drittmittel, die wir verwalten und die von der EU stammen, können viele Vorzeigemaßnahmen in Südtirol umgesetzt werden. Sie ermöglichen es den Unternehmen und Institutionen, innovative Vorhaben und Pilotprojekte umzusetzen. Davon profitieren letztendlich viele Menschen in Südtirol, vor allem im ländlichen Raum”, unterstrich Abteilungsdirektorin Martha Gärber beim Mediengespräch. In der Berichterstattung durch die Medien sei es deshalb besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich bei den eingesetzten Geldern um von der EU stammende Drittmittel handelt. Für die Kommunikation über die Projekte gebe es seitens der EU genaue Vorgaben und festgelegte Logos. Zudem hat die Abteilung Europa eine eigene Kommunikationsstrategie erstellt, die nun auch auf der Homepage eingesehen werden kann.

Wie Gärber erklärte, gibt es drei große Programme, in denen Unternehmen und Institutionen – z.B. Gemeinden – um eine Finanzierung ihrer Vorhaben ansuchen können: EFRE (Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung), ESF (Europäischer Sozialfonds) und Interreg (grenzüberschreitende Zusammenarbeit). “Allein in der nun ablaufenden Programmperiode von 2014 bis 2020 wurden in Südtirol 477 Vorhaben mit mehreren Hundert Millionen Euro über die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds umgesetzt”, berichtete Gärber.

Gleiche Entwicklung fördern

So wurden über das Programm EFRE von 2014 bis 2020 ins Südtirol insgesamt rund 144 Millionen Euro an Fördermitteln verteilt. “Der Fonds für regionale Entwicklung steht für eine ausgewogene regionale Entwicklungspolitik in Europa, mit dem Ziel Entwicklungsunterschiede in den Ländern zu auszugleichen. Dafür werden den Regionen Gelder für strategische Investitionen übertragen, die sie in Eigenverantwortung bestmöglich einsetzen”, erklärte der Direktor des Amtes für europäische Integration, Peter Paul Gamper. Derzeit werde an der operativen Umsetzung der neuen Programme 2021-2027 gearbeitet und man rechne mit einer Zunahme an Fördermittel für gute Entwicklungsprojekte, so Gamper. Die neuen Schwerpunkte lassen sich mit “smart” (intelligent), “green”(grün) und “connected” (vernetzt) zusammenfassen. Gefördert würden damit Labors und Kooperation von Unternehmen in Forschung und Innovation, energetische Sanierungen, Projekte zur Energieeinsparung sowie nachhaltige Mobilität (Radwege, Elektromobilität und innovative Fahrplansysteme zusammen mit der STA sowie mit Bezirksgemeinschaften und Gemeinden als Partnern). Ein Beispiel für ein gelungenes Projekt etwa in der Landwirtschaft ist die Forschung zur Weißweinrebsorte Weißburgunder am Forschungszentrum Laimburg, bei der Maßnahmen zur Rettung dieser durch den Klimawandel in Bedrängnis geratenen typischen Südtiroler Rebsorte gesucht wurden.

Zugang zu Arbeit schaffen

Der Europäische Sozialfonds (ESF) gilt als wichtigstes Instrument zur Beschäftigungsförderung. “Über ESF investieren wir in die Köpfe und unterstützen Menschen beim Zugang zu besseren Arbeitsplätzen und stellen faire Berufsaussichten vor allem auch für Schwächere sicher”, fasste die Direktorin des Amtes für den Europäischen Sozialfonds Claudia Weiler zusammen. Von 2014 bis 2020 wurden über den ESF 128 Millionen Euro für Südtirol bereitgestellt. Auch hier wird derzeit der Entwurf für das Programm 2021-2027 ausgearbeitet. Es gibt drei Hauptthematiken, und zwar “Beschäftigung”, “Bildung und Ausbildung” sowie “Soziale Inklusion” mit Fokus auf mittellose Menschen und schwache Personengruppen. Ein gelungenes Beispiel ist laut Weiler eine Social-Media-Ausbildung, die zehn Frauen erfolgreich absolviert haben. Erst vergangene Woche gab es einen Projektaufruf zur betrieblichen Weiterbildung, wobei erstmals mit Standardkosten abgerechnet wird. Diese Woche folgt eine Ausschreibung zum Thema “Soziale Innovation” (u.a. Dienstleistungen für schwache Personengruppen). Außerdem werden 39 Projekte als Maßnahmen gegen Schulabbruch gefördert und können im nächsten Schuljahr umgesetzt werden.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefragt

Nicht zuletzt sind die Interreg-Programme „Italien-Österreich“ und „Italien-Schweiz“ für das Land Südtirol wichtig. Sie zielen auf die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ab und werden ebenfalls von der Abteilung Europa begleitet. Für das Programm “Italien-Österreich” ist die Abteilung sogar die zentrale Verwaltungseinheit (Verwaltungsbehörde). Über das Programm “Italien-Österreich“ wurden rund 98 Millionen Euro für gemeinsame Projekte eingesetzt, für „Italien-Schweiz“ standen dem Programmgebiet rund 118 Millionen Euro zur Verfügung. “Diese Vorhaben im Wirtschafts- und Sozialbereich, aber auch zum Schutz von Natur- und Kulturlandschaften kommen vor allem den Menschen in den Grenzgemeinden zugute und fördern die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Institutionen, aber auch von Unternehmen”, erläutere Gärber. Immer wichtiger werde es, lokale Akteure zu unterstützen, damit diese die regionale Entwicklung selbst in die Hand nehmen, so die Abteilungsdirektorin. “Bei den Interreg-Projekten wie bei allen EU-geförderten Vorhaben kann sehr viel Neues ausprobiert werden, so etwa das umgesetzte Projekt für die grenzüberschreitende Lawinenvorhersage oder der selbstfahrende Bus in Meran”, sagte Gärber. Interreg steht von 2021 bis 2027 im Zeichen der Kontinuität und setzt auf die Achsen “Innovation und Wettbewerb”, “Klimawandel und Biodiversität”, “Lokale Entwicklung” sowie “Institutionelle Zusammenarbeit”.

Europe Direct Südtirol macht Europa vor Ort greifbar

Organisiert wurde das Gespräch mit den Medien vom Europe Direct Südtirol, dem Informationszentrum der Landesabteilung Europa. Dort gibt es auch jede Menge Informationen für Journalistinnen und Journalisten von Informationstexten über Fotos bis hin zu Videos.

Das Europe Direct Südtirol hat seinen Sitz in der Gerbergasse 69 (blaues Haus) in Bozen. Infos gibt es unter Tel. 0471 413100 oder E-Mail:europedirect@provinz.bz.it sowie direkt vor Ort von Montag bis Freitag: von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis16.30 Uhr sowie am Donnerstag von 8.30 bis 13 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr. Europe Direct Südtirol ist auch auf Facebook, Instagram, YouTube und Linkedin.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "477 EU-Projekte von 2014 bis 2020 in Südtirol abgeschlossen"


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Faktenchecker
1 Monat 18 Tage

Was hätten wir ohne die hunderte Millionen der Eu gemacht? Danke Uschi.

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