Hohe Pestizidbelastung auf Blattproben in Bio-Apfelanlage in Kortsch

Apfelernte von Biobauern erneut mit Pestiziden belastet?

Donnerstag, 06. September 2018 | 21:31 Uhr

Glurns – “Nun ist es traurige Gewissheit: Nachdem ein Glyphosat-Attentat auf die Anlage des Glurnser Biobauern Ägidius Wellenzohn im Vorjahr einen Teil der Ernte aus der entsprechenden Wiese vernichtet hat, weisen vor wenigen Tagen gezogenen Blattproben aus der fünften Baumreihe des Grundstücks in Kortsch vier Belastungswerte auf. Der Ort der Probenentnahme ist ca. 15 Meter vom konventionell bewirtschafteten Nachbargrundstück entfernt”, so Alexander Schiebel und Markus Lobis für die Initiative „Solidarität mit Ägidius Wellenzohn“.

„Für mich als Biobauer bedeutet dies, dass es kein Bioprodukt mehr ist,“ so Ägidius Wellenzohn nach der Benachrichtigung über den Ausgang der Beprobung: „Erklären kann ich mir diese Vergiftung meiner Anlage nur durch die Abdrift von Nachbargrundstücken ausgehend. Die Nachbarn haben vermutlich bei Wind Behandlungen durchgeführt oder haben andere Auflagen nicht eingehalten.“

“Mit weiteren Rückstandanalysen muss nun festgestellt werden, ob andere Teile der Anlage von Wellenzohn auch belastet sind, die weiter als 15 Meter von den Nachbargrundstücken entfernt sind. An der Blattprobe fanden sich 1,4 mg/kg Captan, 0,019 mg Dithianon, 0,024 mg Dodine und 0,014 mg Fluazinam. Während die Werte beim Dithianon, Dodine und Fluzinam immer wieder in dieser Größenordnung gemessen wurden, ist der Captan-Wert außergewöhnlich hoch. Captan gilt als stark krebserregend”, die Initiative „Solidarität mit Ägidius Wellenzohn“ weiter.

“Diese Rückstandswerte bestätigen, was Biobauern und Anrainer von Obstanlagen seit Jahren beklagen. Biologischer Anbau ist neben dem intensiven Apfelanbau im Prinzip mit hohen Risiken verbunden. Rückstände zahlreicher Agrargifte finden sich auch in Wohnanlagen in der Nähe von Obstwiesen, in Südtirols Gärten und an Kinderspielplätzen und öffentlichen Flächen in den Obstanbaugebieten”, abschließend die Initiative „Solidarität mit Ägidius Wellenzohn“.

 

Von: ka

Bezirk: Vinschgau

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4 Kommentare auf "Apfelernte von Biobauern erneut mit Pestiziden belastet?"


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loolll
loolll
Neuling
11 Tage 9 h

Lügenpresse??

Captan gilt als stark krebserregend….. seid wann?

amme
amme
Superredner
11 Tage 6 h

trink a schluck donn woasch prum

fqzvkw
fqzvkw
Neuling
11 Tage 6 h

“[…}
In the mouse, captan was found to be carcinogenic in the duodenum leading to the production of duodenal tumours at 122.8 mg/kg bw/day and above.[…]”
Peer review of the pesticide risk assessment of the active substance captan  (2009) EFSA (European Food Safety Agency) S.11 [1]
Ob “stark” krebserregend der richtige Ausdruck ist, ist fraglich, da eine NOAL gefunden wurde. Aber eine karzinogene Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden, daher die Einstufung H351 (Kann vermutlich Krebs erzeugen)[2].  Jedenfalls ist “Lügenpresse” ein genau so hartes Wort und sollte nicht in diesem (oder jeglichen anderen) Zusammenhang verwendet werden

[1]https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.2903/j.efsa.2009.296r
[2]http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/010870.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0

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Tratscher
11 Tage 6 h

PEstizide? Die Suedtiroler “Qualitaetsaepfel” werden doch nur mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Oder…?

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