Ein Kommentar

Auf Augenhöhe

Dienstag, 08. September 2020 | 10:05 Uhr

Bozen – Pestizide belasten die Gesundheit sowie die Umwelt und sind mitverantwortlich für das Insekten- und Bienensterben. Das ist unbestritten. Brauchen Touristen in Südtirol deshalb eine Gasmaske?

Das Münchner Umweltinstitut hatte im August im Zentrum von München ein Großplakat aufgehängt, das vor der Pestizidbelastung durch die Südtiroler Landwirtschaft warnte.

Neben der Schärfe der Botschaft wies das Plakat auch einige inhaltliche Fehler auf: Auf dem Foto war etwa ein Biobetrieb abgebildet, der in Südtirol in seiner Branche als Vorbild gilt.

Für Unmut sorgte auch eine Aktion, bei der Radfahrer in Schutzanzügen und Atemschutzmasken im Burggrafenamt unterwegs waren.

Mag sein, dass statt einer Anzeige eine politische Antwort sinnvoller gewesen wäre. Von einer Diskussion auf Augenhöhe kann man in so einem Fall allerdings wohl nicht mehr sprechen.

Eine radikale Änderung von heute auf morgen wird nicht so leicht möglich sein. Heimischen Landwirten stößt vermutlich auch die Belehrung von außen sauer auf.

Der Schutz von Umwelt und Gesundheit mag lobenswert sein, der gegenseitige Respekt sollte dabei jedoch nicht auf der Strecke bleiben. Die Südtiroler ihrerseits werden lernen müssen, mit sachlicher Kritik umzugehen. 

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Auf Augenhöhe"


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Tanne
Tanne
Superredner
18 Tage 8 h

Glaubt Süd-Tirol-News wirklich, dass die Wein und Obstindustrie in Augenhöhe mit der Bevölkerung steht? Mich hat noch kein Bauer gefragt ob es mir Recht ist, dass er auch mein angrenzendes Grundstück mit vergiften darf. Ich finde die Aktionen der Umweltschützer als zu Harmlos. Wollen sie den Bauern auf Augenhöhe entgegnen müssen sie jeden Morgen in der Dunkelheit im ganzen Land Demonstrieren, denn in diesen grauen Morgenstunden wird Gift gespritzt, was die Giftfässer nur so hergeben. Mahlzeit denen, die dann diese Giftbomben verspeisen.

toeeuni
toeeuni
Superredner
18 Tage 18 h

Hab heute im Radio gehört “die südtiroler sind kriecher und heuchler” hab gleich geklatscht nach der aussage!
gegen das südtiroler gepacktle kommt man nur mit solchen aktionen an….sonst verschwindet jede kritik beim beamten in der schublade mit tief nickendem “ja wir werden schauen was wir tun können.”

Dublin
Dublin
Kinig
18 Tage 6 h

…bei uns darfst nicht gegen den Wind brunzen…
😁

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
18 Tage 1 h
Hallo nach Südtirol, die Kette beginnt doch im Supermarkt. Alles was nicht ausschaut wie der Apfel von Schneewittchen bleibt im Regal, also schaut der Händler beim Grosshandel nach entsprechender Ware.Der Grosshandel macht wiederum Druck auf den Bauern der makellose Ware zu Billigstpreisen liefern soll. Das geht nur mit Intensivanbau und mit möglichst wenig Verlusten, deswegen Hagelnetze und lieber einmal mehr im Dienste des schönen Apfels spritzen. Irgendein Insider hat hier geschildert 3 Spritzgänge dienen nur der optischen Schönheit des Apfels. Der Supermarktkunde will “billig und schön”, wenn der Vinschgauer Bauer nicht mitspielt karrt es der Chinese per Frachter an.. 30… Weiterlesen »
pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
18 Tage 4 h

Manche Südtiroler müssen nicht nur lernen, mit sachlicher Kritik umzugehen, sie sollten auch lernen, sachlich zu kritisieren.

KingCrimson
KingCrimson
Tratscher
18 Tage 1 h

Dazu muss aber zunächst die Kritik sachlich sein, was in besagtem Fall nicht der Fall war. Sachlichkeit ist Parolen gewichen, um Aufsehen zu erregen, nichts anderes.

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