Fünfzig zusätzliche Notbetten für Obdachlose in Bozen

Benedikter kritisiert zu langsames Vorgehen des Bozner Bürgermeisters

Dienstag, 13. Januar 2026 | 14:45 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Angesichts der anhaltenden Frostnächte hat die Stadt Bozen ihre Nothilfe für obdachlose Menschen ausgeweitet. Im ehemaligen Alimarket stehen ab sofort fünfzig zusätzliche Schlafplätze zur Verfügung. Die Maßnahme soll sicherstellen, dass Menschen ohne feste Unterkunft während der Kälteperiode einen geschützten Ort finden. Dr. Rudolf Benedikter von den Grünen erhebt derweilen schwerere Vorwürfe gegen Bürgermeister Corrarati, der seiner Ansicht nach zu langsam gehandelt hat.

Die Initiative wurde von mehreren Akteuren getragen. Beteiligt sind unter anderem der Landeszivilschutz, das Rote Kreuz sowie das Land Südtirol. Auch die zivilgesellschaftliche Initiative Bozen Solidale war in die Umsetzung eingebunden. Ziel war es, rasch und ohne aufwendige Verwaltungsverfahren zu reagieren, um die unmittelbare Gefahr für Betroffene zu verringern.

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen, insbesondere Rudolf Benedikter, begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. In einer Stellungnahme heißt es: „Bürgermeister Corrarati soll froh sein, dass Landeshauptmann, Landeszivilschutz und Rotes Kreuz bei diesem Notstand schneller als er und unbürokratisch gehandelt haben!“ Weiter erklärt er: „Den Ehrenamtlichen von Bozen Solidale, und dem Verantwortungsbewußtsein von Landeshauptmann Kompatscher ist es zu verdanken, dass Dutzende Obdachlose in diesen Frostnächten mit der Aufstockung der Notbetten in unserer Stadt einen warmen Unterschlupf finden konnten und können. Ohne Bürokratie!!“

Nach Angaben der Fraktion war der politische Druck bereits zuvor aufgebaut worden. „Als Gemeinderatsfraktion der Grünen sind wir erleichtert und begrüßen diese Lösung, zumal wir seit fünf Jänner auf Gemeindeebene hartnäckig eine solche humanitäre Maßnahme gefordert haben!“, heißt es weiter. Bezug genommen wird dabei auf einen Appell an den Bürgermeister vom achten Jänner.

Die Debatte um Zuständigkeiten und Abläufe begleitet die aktuelle Kältewelle in Bozen. Während die zusätzlichen Betten nun bereitstehen, bleibt die Frage, wie dauerhaft tragfähige Lösungen für wohnungslose Menschen in der Stadt aussehen können. Für die kommenden Nächte steht jedoch zunächst im Vordergrund, dass niemand wegen niedriger Temperaturen ohne Schutz bleiben muss.

Bezirk: Bozen

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