STF zu Brennerblockade

“Bevölkerung schützen statt Transit schönreden”

Donnerstag, 28. Mai 2026 | 12:21 Uhr

Von: mk

Brenner – Am Samstag, den 30. Mai findet am Brenner eine Demonstration gegen den ausufernden Transitverkehr statt. Aufgerufen dazu hat der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Auch die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll und Hannes Rabensteiner, sowie die Landtagsabgeordnete der FPÖ-Tirol, Gudrun Kofler, kündigen ihre Teilnahme an. „Der Tiroler Bevölkerung, die südlich wie nördlich des Alpenhauptkammes entlang der Brennerroute lebt und täglich unter Lärm, Abgasen, Staus und Gesundheitsbelastungen leidet, gilt unsere volle Solidarität“, erklären Knoll, Rabensteiner und Kofler.

Umso unverständlicher sei die Haltung von Landeshauptmann Arno Kompatscher, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit. Während sich Tirols Landeshauptmann Anton Mattle dem Protest der Bevölkerung anschließe und Verständnis für die Anliegen der Anrainer zeige, ziehe es Kompatscher vor, die betroffenen Menschen zu belehren und ihnen politisch in den Rücken zu fallen. „Wer jahrelang miterlebt, wie die Transitbelastung entlang der Brennerachse immer weiter zunimmt, darf sich nicht wundern, wenn die Bevölkerung zu deutlich sichtbaren Protestformen greift. Kompatscher bremst an der falschen Stelle. Nicht der Protest der Bürger ist das Problem, sondern der immer weiter anwachsende Transitverkehr. Wer jetzt vor allem die Blockade kritisiert, statt endlich wirksame Maßnahmen gegen den Transitdruck einzufordern, verkennt die Ursache des Problems“, betonen die Abgeordneten.

Während die Menschen entlang der Brennerachse seit Jahren an ihre Belastungsgrenze gebracht würden, würden sich viele politisch Verantwortliche lieber mit den Frächtern als mit der einheimischen Bevölkerung solidarisieren. Ein beträchtlicher Teil des Schwerverkehrs nutze die Brennerroute nicht, weil sie die kürzeste, sondern weil sie die billigste Route sei, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit. Genau hier müsste der Bewegung zufolge die Politik ansetzen: mit einer deutlichen Anhebung der Lkw-Maut, wirksamen Verlagerungsmaßnahmen auf die Schiene und klaren Regeln gegen den Umwegtransit.

Die FPÖ im Tiroler Landtag und die Süd-Tiroler Freiheit im Süd-Tiroler Landtag hätten in den vergangenen Jahren zahlreiche Anträge zum Transitverkehr eingebracht, teils auch gemeinsam im Dreierlandtag. „Ebenso oft wurde öffentlich auf die dramatische Belastung der Bevölkerung hingewiesen. Doch echte Lösungen blieben bisher aus. Im Gegenteil: Die Situation entlang der Brennerroute hat sich weiter verschärft, besonders seit der Corona-Zeit“, kritisieren die Abgeordneten-

Die Demonstration am Brenner sei daher ein notwendiges und vollkommen berechtigtes Zeichen. Wenn politische Appelle, Anträge und Verhandlungen über Jahre hinweg folgenlos blieben, müsse der Protest dorthin getragen werden, wo das Problem täglich sichtbar und spürbar sei.

„Unsere Bemühungen in den Institutionen haben bisher nicht zum nötigen Erfolg geführt. Deshalb setzen wir nun ein Zeichen direkt am Ort des Geschehens. Die politisch Verantwortlichen müssen endlich begreifen, dass Lebensqualität und Gesundheit der einheimischen Bevölkerung Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen der Frächter haben müssen“, betonen Knoll, Rabensteiner und Kofler abschließend.

Bezirk: Wipptal

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