Von: mk
Bozen – Das Südtiroler Schulsystem steht laut Team K vor zentralen Herausforderungen. Neben einem gesellschaftlichen Wandel und komplexere Familienrealitäten wird der Bedarf nach einem echten Ganztagsmodell aus Bildung, Betreuung, Sport und Kultur ausgemacht.
“Statt diese Aufgaben konsequent anzugehen, dominiert derzeit die Debatte um Lehrergehälter. Ich hoffe, es gibt diesbezüglich bald eine Einigung. Es fehlt nach wie vor der politische Mut, unser Bildungssystem weiterzuentwickeln. Ein Beispiel ist die Diskussion über späteren Unterrichtsbeginn: Die SVP stimmte gestern im Landtag einem abgeschwächten Antrag zu, überlässt die Umsetzung jedoch den einzelnen Schulen. Aber solche Veränderungen können nur gemeinsam und strukturell gelöst werden, sonst wird sich nach wie vor nicht viel ändern. Wir haben und hatten genug Pilotprojekte, die dann irgendwann dahindümpeln oder in Schubladen verschwinden“, stellt der Landtagsabgeordnete Alex Ploner fest.
Schule und Sozialbereich müssten stärker verzahnt werden. Viele Familien bräuchten Modelle, die Beruf und Familie besser verbinden – mit verlässlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten über den Unterricht hinaus. Gleichzeitig müssten unterschiedliche territoriale Bedürfnisse berücksichtigt werden – jene der peripheren Gemeinden ebenso wie jene urbaner Zentren, ist das Team K überzeugt.
„Niemand will die Schulautonomie abschaffen. Doch Autonomie heißt nicht, jede Schule mit ihren Problemen allein zu lassen, sondern ihnen funktionierende Rahmenbedingungen und Ressourcen zu geben, für Mensen, Vereine, Gemeinden und Schulen gleichermaßen“, betont Alex Ploner.
Der zustände Landesrat signalisiere zwar Unterstützung für Schulen, die Nachmittagsangebote anbieten möchten. Entscheidend werde jedoch sein, ob den Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen. „Ab September zeigt sich die Realität: Wer übernimmt die Aufsicht am Morgen? Wer betreut die Kinder während der Mensa? Wer organisiert die Angebote am Nachmittag? Schon jetzt kämpfen viele Schulen damit, den regulären Unterricht abzudecken, in manchen Gemeinden ist nicht einmal ein Mindestmaß an Nachmittagsbetreuung gesichert“, betont das Team K.
„Ohne klare politische Linie riskieren wir, weiterhin Verantwortung nach unten durchzureichen. Ein Schiff ohne Steuermann erreicht sein Ziel nicht. Ich sehe derzeit weder im Schulamt noch in der Landesregierung jemanden, der den Mut hat, Schule und Betreuung so umzubauen, dass ein funktionierendes Ganztagsmodell entsteht“, warnt Alex Ploner.




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