Bildungsomnibusgesetz im Landtag genehmigt

Bildungsomnibus: Mehr Inklusion und individuelle Bildungswege

Freitag, 12. Juni 2026 | 15:08 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Bildungsomnibus, den der Landtag am 12. Juni genehmigt hat, setzt mehrere gezielte Anpassungen im Bildungssystem um und stärkt Inklusion, Mitbestimmung sowie individuelle Bildungswege. Im Mittelpunkt stehen mehr Flexibilität für Schulen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.

„Der Bildungsomnibus stärkt die Schulen in ihrer täglichen Arbeit. Mehr Flexibilität und klare Rahmenbedingungen ermöglichen eine gezieltere Förderung der Schülerinnen und Schüler und unterstützen Inklusion und individuelle Bildungswege“, betont Philipp Achammer, Landesrat für deutsche Bildung.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Integration nehmen künftig an Klassenratssitzungen teil und erhalten bei Entscheidungen zu den ihnen zugewiesenen Schülerinnen und Schülern ein Stimmrecht (Bewertungen sind davon ausgenommen). Damit stärkt das Gesetz die Einbindung in den Schulalltag. „Das Gesetz stärkt die Zusammenarbeit zwischen Schule, Familien und Schülerinnen und Schülern und trägt zu einem inklusiveren und handlungsfähigeren Bildungssystem bei“, unterstreicht Marco Galateo, Landesrat für italienische Bildung. Das Omnibusgesetzt baut außerdem die Vertretung von Menschen mit Behinderung in den Landesbeiräten aus und stärkt damit die Mitbestimmung weiter.

Für Unterrichtsmodelle mit individualisierten Curricula schafft das Gesetz einen einheitlichen Rahmen und führt einen individualisierten Klassenrat ein. Die Landesregierung regelt Aufgaben, Zusammensetzung und Bewertungsabschnitte und sorgt damit für klare und landesweit einheitliche Strukturen.

Zudem führt das Land ein Taschengeld für Praktika im Bildungsbereich ein, um Ausbildungswege attraktiver zu gestalten und zusätzliche Fachkräfte für Schulen und Kindergärten zu gewinnen. Die Mitwirkungspflicht der Eltern wird gesetzlich klarer verankert und die gemeinsame Verantwortung der Schule und Erziehungsverantwortlichen für den Bildungserfolg betont. Die Landesregierung hat in diesem Zusammenhang angekündigt, dass die gesetzlichen Bestimmungen zur Mitwirkungspflicht den Prinzipien der Vernunft und der Verhältnismäßigkeit folgen und dementsprechend angewandt werden.

Auch der Zugang zu Studiengängen wird erweitert: Personen mit Meisterdiplom erhalten künftig die Möglichkeit, auch ohne Matura ein ihrem Beruf entsprechendes Studium an der Freien Universität Bozen aufzunehmen. Damit wird die berufliche Ausbildung aufgewertet und das Prinzip des lebensbegleitenden Lernens gestärkt.

Daniel Alfreider, Landesrat für ladinische Bildung, unterstreicht: „Der Bildungsomnibus bringt wichtige Verbesserungen auch für die ladinischen Schulen. Er stärkt individuelle Bildungswege und gibt den Schulen mehr Möglichkeiten, flexibel auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen.“

Bezirk: Bozen

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