Von: ka
Tremosine – In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde das obere Gardaseegebiet von einem heftigen Unwetter mit Hagelschlag heimgesucht. Besonders betroffen war die bei Gardasee-Liebhabern sehr beliebte Hochebene von Tremosine. Die Hagelkörner, die die Größe von Tischtennisbällen aufwiesen und in großer Menge fielen, beschädigten zahlreiche im Freien geparkte Autos schwer und vernichteten die Ernte.

Das Hagelgewitter zerstörte das gepflanzte Gemüse vollständig und ließ die Olivenhaine, die in diesem Jahr eine gute Ernte versprachen, als eine triste Ansammlung von entlaubten und kahlen Bäumen zurück. Um die Straßen zu befreien, mussten Feuerwehr und zuständiger Straßendienst schweres Gerät einsetzen, das sonst nur nach ergiebigen Schneefällen zum Einsatz kommt.

Die große Wetterfront war von den Meteorologen für das lombardische obere Gardaseegebiet bis zur Grenze zum Trentino bereits in den Stunden zuvor angekündigt worden. Doch ein Unwetter mit solch heftigem Hagelschlag war selbst von älteren Einwohnern von Tremosine noch nie gesehen worden. Kurz vor Mitternacht gingen über der Hochebene von Tremosine und den südlichen und westlichen Nachbargemeinden in der Provinz Brescia zahlreiche Hagelkörner nieder, die so groß wie Tischtennisbälle waren. Sie prasselten mit voller Wucht zu Boden.

Wie in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Bilder und Videos zeigen, wurden die im Freien geparkten Autos der Einheimischen und Urlauber schwer beschädigt. In einigen Fällen, etwa bei Glasdächern, haben die stark beschädigten Pkws nur noch Schrottwert. Besonders gelitten haben auch die landwirtschaftlichen Kulturflächen.

Von den Olivenbäumen, die in diesem Jahr eine gute Ernte versprachen, ließ das Unwetter nur noch kahle und erheblich ramponierte Bäume zurück, denn die Hagelkörner entlaubten die Haine praktisch vollständig. In den Olivenhainen, Parks und Gärten sowie auf den Straßen sah es aus, als hätte es heftig geschneit.

Aufgrund der vom Wasser angeschwemmten und angehäuften Hagelkörner kam es auch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. In den Tunneln der Gardesana verursachte das Unwetter hingegen größere Überschwemmungen und machte sie für längere Zeit unpassierbar.

Am schwersten traf es neben der Hochebene von Tremosine auch verschiedene Gebiete des Oberen Trompia-Tals, des Valsabbia-Tals, in der Gegend des Idro-Sees und in Limone, wo es ebenfalls zu heftigen Hagelschauern kam. Diese verwandelten die Straßen in regelrechte Eisflüsse und zwangen die Einsatzkräfte mancherorts dazu, die Fahrbahnen und Zufahrten freizuschaufeln.

In der Nacht war auch das Gebiet von San Colombano a Collio betroffen. Die außergewöhnliche Menge an Hagelkörnern, die sich auf der Fahrbahn angesammelt hatte, machte den Einsatz von Fahrzeugen des Straßenbauamts der Provinz Brescia erforderlich. Diese waren mit der Reinigung der Staats- und Landesstraßen beschäftigt, um die Sicherheitsbedingungen wiederherzustellen und die reguläre Befahrbarkeit der Straßen zu gewährleisten. Auch das nahe Trentino war wie Südtirol von Unwettern, Murenabgängen und streckenweisen Verkehrsbehinderungen betroffen.

Am Tag nach dem schweren Unwetter mit Hagelschlag herrschte in Tremosine stille Ratlosigkeit. Während die Bauern ihre Hoffnungen auf eine reiche Ernte begraben mussten, waren zahlreiche Einwohner mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Höhe der Schäden ist nicht abschätzbar, doch dürften sie die Millionen-Euro-Grenze knacken, wenn man die Ernteausfälle und verschiedenen Beschädigungen zusammenrechnet.

Besonders bedenklich stimmt jedoch, dass – wie Meteorologen einhellig prophezeien – der Klimawandel mit einer Häufung schwerer Wetterphänomene einhergeht. Zudem begünstigt die tief eingeschnittene „Fjord“-Form des Gardasees, der sich im Süden zur wärmeren Poebene öffnet und im Norden von relativ hohen Bergketten umrahmt ist, die Ausbildung von schweren Unwettern.













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