500 Millionen Euro

Bozen: Wohnbau-Offensive im Gemeinderat diskutiert

Mittwoch, 04. März 2026 | 13:20 Uhr

Von: luk

Bozen – Im Bozner Gemeinderat ist am 3. März ein Beschlussantrag der Ratsfraktion Verdi/Grüne/Vërc zur sogenannten „Wohnbau-Offensive 2026“ behandelt worden. Nach einer Debatte zwischen Gemeinderäten und Stadtregierung wurde die Vorlage zur vertieften Prüfung an die Urbanistik-Kommission verwiesen.

Der Antrag (Nr. 1/2026) sieht ein öffentliches Wohnbauprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro vor. Ziel sei es, angesichts der angespannten Wohnungssituation in Bozen massiv in leistbares Wohnen zu investieren. Die Initiative argumentiert, dass die Stadt – auch mit Blick auf ihren Anspruch als „Landeshauptstadt“ – beim sozialen Wohnbau handlungsfähig sein müsse.

Konkret fordert der Antrag unter anderem eine systematische Erhebung von Leerständen und Brachflächen. Laut einer zitierten Studie gebe es im Gemeindegebiet 71 ungenutzte Flächen oder Gebäude, darunter auch Objekte in öffentlichem Besitz. Zudem soll eine Task-Force aus Vertretern von Gemeinde, Land und Wohnbauinstitut (WOBI/IPES) ein konkretes Umsetzungsprogramm mit Zeitplan ausarbeiten.

Zur Finanzierung wird ein Nachtragshaushalt des Landes Südtirol in Höhe von 500 Millionen Euro vorgeschlagen. Auch die Gemeinde selbst solle Mittel aus ihrem Rekordhaushalt 2026 bereitstellen. Zusätzlich wird eine Erhöhung der Gemeindeimmobiliensteuer (GIS) für Kurzzeitvermietungen wie Airbnb angeregt, wobei die Mehreinnahmen zweckgebunden dem leistbaren Wohnbau zufließen sollen.

Als mögliches Pilotprojekt wird die Umwandlung der Otto-Huber-Kaserne in ein neues Wohnviertel mit mindestens 600 Wohnungen genannt.

Die weitere Behandlung des Antrags erfolgt nun in der zuständigen Kommission.

Bezirk: Bozen

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