Er fordert eine Lösung, die Demo erlaubt, Verkehr aber nicht ausknockt 

Brenner-Blockade am 30. Mai: LH Kompatscher legt Protest in Österreich ein

Mittwoch, 29. April 2026 | 12:24 Uhr

Von: luk

Brenner/Bozen – Für den 30. Mai – ausgerechnet an einem verkehrsreichen „schwarzen Samstag“ – sorgt eine angekündigte Blockade der österreichischen Brennerautobahn für politischen Wirbel. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher hat deshalb offiziell in Innsbruck und Wien protestiert.

Geplant ist eine achtstündige Sperre (11.00 bis 19.00 Uhr) im Zuge einer Umwelt-Demonstration auf österreichischer Seite des Brennerpasses. Nach inoffiziellen Schätzungen könnten rund 35.000 Fahrzeuge betroffen sein. Besonders brisant: Ausweichmöglichkeiten über Nebenstraßen sind nicht vorgesehen. Der Verkehr müsste auf andere Alpenübergänge ausweichen.

Landeshauptmann Kompatscher stellt zwar klar, dass das Demonstrationsrecht „unantastbar“ sei, sieht in der genehmigten Totalblockade jedoch ein massives Problem. “Wir stehen vor einer enormen Belastung für den gesamten Verkehr zwischen Verona und dem Brenner”, warnt er.

Der Landeshauptmann hat sich bereits mittels Protestnote an den Tiroler Landeshauptmann sowie den österreichischen Verkehrsminister gewandt. Zudem wurde Italiens Vizepremier Matteo Salvini eingeschaltet, mit der Bitte um Intervention der Regierung in Rom. Ziel sei es, eine Lösung zu finden, die Protest ermöglicht, ohne den Transit komplett lahmzulegen.

Als Beispiel nennt Kompatscher eine jüngste Aktion von Coldiretti am Brenner, die internationale Aufmerksamkeit erregte, jedoch ohne den Verkehr vollständig zu blockieren.

Besonders kritisch sieht Kompatscher mögliche Folgen für die Sicherheit: Es bestehe die Gefahr, dass selbst Rettungsfahrzeuge nicht mehr durchkommen. “Das kann gravierende Konsequenzen für die Bevölkerung und alle Reisenden haben”, so der Landeshauptmann.

Bezirk: Bozen, Wipptal

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