Von: mk
Bozen – Die Initiative „Lehrerwunderland Südtirol“ kritisiert, dass nach wie vor eine erhebliche Gehaltskluft zwischen Staats- und Landeslehrkräften in Südtirol besteht. Trotz einer Unterschriftenaktion im Jahr 2020 habe die Landesregierung das Problem ausgesessen. Besonders bemängelt wird die Situation von Lehrkräften, die in den letzten Jahren in den Ruhestand gegangen sind. Ihre Renten basieren der Initiative zufolge auf den ungleichen Gehaltstabellen und sie erhielten keine Nachzahlungen für die jahrelangen Rückstände.
Die Initiative erhebt drei Hauptforderungen: Verlangt wird eine finanzielle Entschädigung für die in Pension gegangenen Lehrkräfte bezüglich der Gehalts- und Rentendifferenz, etwa durch Einrichtung eines Entschädigungsfonds. Außerdem hofft die Initiative darauf, dass die Proteste im Bildungsbereich fortgeführt werden, um eine breitere öffentliche Debatte zu ermöglichen. Zuletzt wird auch an die Medien appelliert, den realen Bildungsnotstand und das Lohndumping bei Lehrkräften tiefergehend zu recherchieren.
Der Initiative zufolge ignorieren die Landespolitik und die Bildungsdirektion unter Sigrun Falkensteiner grundlegende Probleme wie den akuten Lehrermangel, sinkende Sprachstände, Defizite bei der Digitalisierung und die soziale Integration im parallel geführten deutschen und italienischen Schulsystem. Stattdessen fokussiere man sich nur auf verordnete Reformen wie Notenregelungen (keine Noten unter 4), Inklusion für alle, emotionale Verantwortung und Sexualerziehung oder Reduktion der Bewertungsabschnitte. Die Fragen seien zwar relevant, für „den Blick auf die realen Bildungsfragen der Gegenwart und Zukunft und die erforderlichen strukturellen und personellen Weichenstellungen fehlt jedoch die Bereitschaft zur Wahrheit“, schreibt die Initiative.
Die Fragen seien zwar relevant, allerdings nennt die Initiative aus ihrer Sicht tiefgreifendere Probleme, etwa den rasant steigenden Lehrermangel, die „Notlüge von den Quereinsteigern“, den unübersehbaren schrumpfenden Sprachstand bei Kindern und Jugendlichen samt Bildungsdefiziten, den konzeptlosen digitalen Bildungsnotstand, die „technische Ausstattung der Lehrkräfte oder die soziale Integration einer ethnisch und administrativ getrennten Parallelgesellschaft zwischen Deutsch und Italienisch samt Migrationsproblematik“.
Außerdem kritisiert die Initiative, dass Gelder des Landeshaushalts einseitig in Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Tourismus, Industrie und Infrastruktur fließen würden, während beim Lehrpersonal an staatlichen Schulen gespart werde. Angekündigte Gehaltsaufbesserungen seien bisher nicht wirksam angekommen.




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